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Die Weiterbildung spielt in meinem Leben
eine große Rolle. Schließlich habe ich zahlreiche Zeitungen
im Abo (WAZ, taz, TITANIC, Konkret, Kicker, SPIEGEL) und verbringe täglich
mindestens zwei Stunden mit dem Stöbern in den Blättern dieser
Welt und mit dem Schauen diverser Nachrichtensendungen.
Meine Einstellungen verdeutliche ich Euch
am Besten mit einigen Texten meiner Lieblingsautoren und weiteren Worten!
Der sehr langen Erklärung und Erläuterung
des Neoliberalismus stimme ich nicht vorbehaltlos, aber doch in weiten
Teilen zu.
Thomas Ernst meets Thomas Ernst
„WIR WAREN DIE NUMMER 2. EIN FUSSBALL-LESEABEND“
Der Hintergrund
Im Juni 1999 leben in Bochum zufällig zwei Personen, die den Namen Thomas Ernst tragen: Der eine ist der Fußball-Bundesliga-Torwart des VfL Bochum, der andere ist Autor und leitet das studentische KulturCafé an der Ruhr-Uni Bochum (und ist ein ehemaliger Amateurtorwart). Im Rahmen der monatlichen Lesereihe Fundstücke lesen die beiden zweieinhalb Stunden vor zweihundert begeisterten Fußball- und Literaturfans literarische Texte zum Thema „Fußball – Gott ist rund“ vor. Der WDR freut sich: „Sport und Kultur – es wächst zusammen, was nie zusammen gehört hat!“ und auch die Westdeutsche Allgemeine Zeitung ist entzückt: „Ernst und Ernst, ein mal nachdenkliches, mal juxiges, aber nie verkrampftes Doppel, erzeugte gute Stimmung und provozierte Applaus.“
Seither sind sechs Jahre vergangen: Der Fußballer hat über den VfB Stuttgart den Weg zum 1. FC Kaiserslautern gefunden, der Autor ist über die Stationen Köln und Brüssel in Trier gelandet, wo er eine Dissertation zum Thema Subversive Konzepte in der Gegenwartsliteratur schreibt. Bei einem Testspiel des 1. FCK in Trier treffen sich die beiden wieder und entscheiden: Die erste Lesung darf nicht die letzte gewesen sein! Deshalb gehen Thomas Ernst und Thomas Ernst im April und Mai 2005 unter dem Motto „Wir waren die Nummer 2. Ein Fußball-Leseabend“ auf eine kleine Lesetour, die sie durch Kaiserslautern, Trier, Mainz, Wiesbaden und Ludwigshafen führen wird.
Der Abend
Thomas Ernst und Thomas Ernst gehen auf eine Entdeckungsreise durch das Universum der Fußball-Literatur, -Geschichten und -Anekdoten. Neben eigenen Texten und Gesprächen über die Wettlust von Sportlern, das Thema ´Doping` und das Verhältnis von Fußball und Sexualität gibt es einige Literaturempfehlungen und -collagen: Die Anekdotensammlungen von Eckhard Henscheid und Ror Wolf, Glossen von Christoph Biermann, Jürgen Roth und Gerd Dembowski, Auszüge aus ´großen Werken` der Fußball-Literatur wie Toni Schumachers Anpfiff und F.C. Delius´ Der Sonntag, an dem ich Weltmeister wurde. Das Programm dauert etwa zweimal eine Stunde mit einer viertelstündigen Pause und bietet ein literarisches Patchwork jener Inhalte, die in der üblichen 1:0-Berichterstattung des Fußball- und Medienbetriebs nicht auftauchen.
Die Personen
Thomas Ernst, *1967, Fußball-Torwart beim FV Biebrich, Eintracht Frankfurt, FSV Frankfurt, VfL Bochum, VfB Stuttgart und zurzeit beim 1. FC Kaiserlautern; insgesamt 18 Jahre in der Fußball-Bundesliga aktiv, dabei bislang 92 Bundesliga-Spiele, ca. 300 Spiele auf der Ersatzbank, zweitältester aktiver Bundesliga-Profi und aktuell notenbester Bundesliga-Torwart (lt. Fachmagazin Kicker). Wird im Team ´de Vadder` genannt, weil er der Vater einiger Mitspieler sein könnte. Lebt zurzeit in Mehlingen bei Kaiserslautern mit seiner Frau Kerstin Pohlmann-Ernst, die mit dem FSV Frankfurt Deutsche Fußball-Meisterin wurde, und Sohn Tjark (2).
Thomas Ernst, *1974, fußballerisch aktiv von der Kreisliga bis zur Landesliga für den TSV Broich 85, VfB Speldorf, SV Raadt, Blau-Weiß Mintard, in zahlreichen Uni- und Hobbyteams und zurzeit beim SV Viktoria Wasserliesch-Oberbillig; veröffentlichte die Bücher Popliteratur (2001) und Wissenschaft und Macht (2004) sowie zahlreiche literarische Texte und Aufsätze zur Gegenwartsliteratur, die New York Times erklärte ihn 2004 zum „expert on contemporary German literature“. Gestaltete Leseperformances in England, Wales, Belgien und in Deutschland von Hamburg bis Konstanz, von Berlin bis zum Ruhrgebiet. Lebte im Ruhrgebiet, Köln, Berlin und Brüssel. Weitere Informationen unter www.thomasernst.net.
Pressestimmen zur Lesung von 1999
„Sport und Kultur – es wächst
zusammen, was nie zusammen gehört hat. (…) Zwei Personen unter einem
Namen präsentieren Fußballgeschichten aus dem Leben, (…) keine
bierernste Angelegenheit.“
[WDR, 1999]
„(…) Am Dienstag Abend tauschte VfL-Keeper Thomas Ernst die Rollen und las vor. Ein beachtliches Talent. (…) ´Fußball – Gott ist rund` war das Hauptthema im KulturCafé der Ruhruni. Initiator Thomas Ernst, ein ehemaliger hoffnungsvoller Ballfänger aus Mülheim, hatte keine Mühe, seinen prominenten Namensvetter für dieses Vorhaben zu gewinnen. Ernst und Ernst, ein mal nachdenkliches, mal juxiges, aber nie verkrampftes Doppel, erzeugte gute Stimmung und provozierte Applaus. Rasch legte sich die Aufregung des Fußball-Profis, das Ersatz-Trikot, pardon T-Shirt, konnte im Rucksack bleiben. Der Streifzug durch die literarisch-humoristische Balltreter-Welt umfasste Texte der hessischen Altmeister Eckhard Henscheid und Ror Wolf ebenso wie das vom Bochumer Autor Christoph Biermann notierte Interview mit dem ´letzten ehrlichen Profi`. (…)“ [Westdeutsche Allgemeine Zeitung, 1999]
„Das Kulturcafé war
prall gefüllt. (…) Thomas Ernst und Thomas Ernst wussten das gut gelaunte
Publikum dann auch vortrefflich zu unterhalten (…) und waren gute, leicht
hintergründige Entertainer. (…) Wirklich sehr kurzweilig!“
[Fanclub Commando Bochum
auf: www.commando-bochum.de/aktion/ernst.htm, 1999]
Die Termine:
13.4. (Mi.) Kaiserslautern
- Kammgarn
18.4. (Mo.) Ludwigshafen
- Das Haus
26.4. (Di.) Wiesbaden
- Alter Schlachthof
9.5. (Mo.) Mainz - Hafeneck
10.5. (Di.) Trier - Tuchfabrik
Die beiden trugen auch Texte
dieser Homepage vor. Mehr dazu im Zeitungsartikel der "Rheinpfalz". Klickt
HIER!
Gewalt ist nicht Rassismus,
Werner Hansch kennt das Wort "genuin", Manfred Breuckmann ist Schalker,
Christoph Schurian VfL-Fan, Hans-Josef Justen steht auch nach 100 Jahren
WAZ noch auf der B1 im Stau, Tom Theunissen hat ein Gesicht und Andreas
Buderus kann ganz viel erzählen. Ist das wirklich alles, was von der
Podiumsdiskussion zum Thema "Rassismus in Fußballstadien - die Rolle
der Medien" hängenblieb?
Oh doch. Der "Rassismus
in den Stadien" hat verschiedene Ursachen, verschiedene Facetten. Eine
Ursache davon ist sicherlich die mediale Begleitung des Geschehens. Punkt!
Fußball ist nicht
gleich Fußball. Das war ziemlich schnell die erste Erkenntnis des
Abends. Ein Fußballspiel fängt nicht erst mit dem Anpfiff an
und hört nicht nach 90 Minuten auf. Fußball ist mehr. Den Medien
fällt es schwer, die Gratwanderung zwischen sachlicher Berichterstattung
und Boulevardisierung zu finden. Wenn bei der EM 2000 in Charleroi vor
dem Spiel Deutschland gegen England rund um den großen Platz 300
Journalisten, 30 Kamerateams und zahlreiche Fotografen alle Hotelzimmer
mieten (getreu dem Motto: "da passiert was") - natürlich passiert
dann was. Sensationslust? Zwischen Gewalt und Rassismus besteht ein Unterschied
- noch eine Erkenntnis. Nicht alle gewalttätigen Fußballfans
sind auch gleich Rassisten! Auch diese These fand einen Konsens. Natürlich
auch die Tatsache, dass jegliche Gewalt und jeglicher Rassismus zu verurteilen
sei.
Gab es denn Meinungsverschiedenheiten?
Schon, bei Detailthemen! Hans-Josef Justen ist der Meinung, dass nicht
alle Gewalttaten unbedingt in den Medien verbraten werden müssen;
wenn z.B. "im Fan-Zug Randale ist. Hat das unbedingt mit Fußball
zu tun? Müssen wir das immer bringen?" Oder Breuckmann: "Ja dann kommt
der HSV-Fan, schmeißt eine Rauchbombe. Das macht der immer. Muss
ich nicht immer erwähnen." Ein Plakat wie "Schindler-Juden, wir grüßen
Euch" 1996 beim Länderspiel Polen gegen Deutschland, das sei etwas
anderes. Das darf nicht unkommentiert stehen bleiben. Oder 1997 die Aldi-Tüten-Aktion
beim Europacupspiel Bayern gegen Galatasaray Istanbul, da habe RTL völlig
falsch reagiert ("für die humoristische Einlage sorgten die Bayern-Fans").
Aber oft muss es heißen: Der Gewalt keine Bühne bieten. Viele
wollen nur ein Forum für die Gewaltaten haben. Leise Widersprüche
auf der Bühne.
Manche Sprüche nicht
zu ernst nehmen, rät Manni Breuckmann. Zudem geht es um die Ausschreitungen
bei der WM 1998 in Lens, als Polizist Nivel verletzt wurde (Theunissen:
"Die Medien haben doch schon vorher geschrieben: Lens ist 2 1/2 Stunden
von Deutschland weg; dazu ein Sonntag. Da wirds knallen!"; Breuckmann:
"Das stand doch schon Wochen, bevor es geschrieben wurde, fest. Mit der
Berichterstattung hatte das nix zu tun.") Es geht um Gerald Asamoah (Theunissen:
"Ist doch völlig normal, dass ein Schwarzer in der Nationalmannschaft
spielt. Muss doch nicht immer erwähnt werden." Breuckmann: "Doch.
Es ist eben nicht normal und muss gerade deshalb hervorgehoben werden.")
Es geht um Formulierungen wie "schwarze Perle" (Schurian: "Beispiel Asamoah:
Bei ihm heißt es immer: der Tänzer, der spielerisch leichte,
der Ballkünstler - Attribute, die mit dunkelhäutigen Spielern
in Verbindung gebracht werden. Begriffe wie "schwarze Perle", Breuckmann:
"Mal nicht dramatisieren.").
Zwei Stunden lauschten 100
Zuhörer in der dritten Etage und damit am Rand des Einkaufszentrums
CityPoint der Diskussion. Der interessanten Diskussion, wie zu ergänzen
wäre. Feststellungen gab es viele, aber nicht viele, die ohnehin nicht
schon vorher klar gewesen wären. Ja, es gibt Hooligans, ja, es gibt
Rassismus, ja, die Medien haben eine Mitschuld daran. "Ja, meingott, ich
gelobe, dass ich in meinen Reportagen auch weiterhin aufmerksam sein werde",
zog Manni Breuckmann sein Fazit, das er auch schon vorher intus hatte.
Leider wurde etwas zu wenig über Gerhard Mayer-Vorfelder geredet,
den Mann, der die Ausstellung erst bekannt machte (Theunissen: "Vielleicht
war das ja ein Trick. Er gibt keinen Kommentar ab und kürzt die Mittel,
DAMIT die Veranstaltung bekannt wird!" Gelächter im Saal...)!
Ob denn Fortbildungen zum
Thema "Rassismus" bei den Redaktionen stattfänden, wollte eine Zuhörerin
wissen. Nein, antwortete Werner Hansch. Bei SAT 1 hätten die 60 ran-Redakteure
doch schon mit den Samstags-Berichten genug am Kopf. Umgang mit Rassismus
würde vorausgesetzt. Hansch, Breuckmann und Justen werden ihren Redaktionen
bestimmt nicht von der Diskussion erzählen. Diese war somit bestimmt
spannend für die 100 Zuhörer - von denen aber bestimmt auch nur
die Hälfte regelmäßig im Stadion anzutreffen ist. Die Feststellung,
dass der Fußball allmählich dem Kommerz verfällt (Breuckmann:
"Es gibt ein einfaches Mittel, die Gewalt aus den Stadien fernzuhalten:
Die Preise anheben. Das ist die Verbürgerlichung des Fußballs.
Ein Prolo kann sich die Eintrittskarte nicht mehr leisten."). Breuckmann,
der Mann mit den knackigsten Sprüchen; Hansch mal nicht als Dummschwätzer,
Theunissen als starker Satiriker.
Blieb also mehr hängen
als Kleinigkeiten über die Gesprächsteilnehmer? Meistens brachte
es der Uni-Professor Stucke auf den Punkt, der sich wissenschaftlich seit
Jahren mit dem Thema befasst. Am Schluss meinte er zu Werner Hansch, dass
er es sich in der Sonntags-ran-Sendung wohl kaum erlauben könne, einen
fünfminütigen Beitrag über die Diskussion zu bringen.
Dem ist nichts hinzuzufügen!