POLITIK UND KULTUR
meinungen in der anfangsphase
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Andi 1988

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Einleitung

Die Weiterbildung spielt in meinem Leben eine große Rolle. Schließlich habe ich zahlreiche Zeitungen im Abo (WAZ, taz, TITANIC, Konkret, Kicker, SPIEGEL) und verbringe täglich mindestens zwei Stunden mit dem Stöbern in den Blättern dieser Welt und mit dem Schauen diverser Nachrichtensendungen.
Meine Einstellungen verdeutliche ich Euch am Besten mit einigen Texten meiner Lieblingsautoren und weiteren Worten!
Der sehr langen Erklärung und Erläuterung des Neoliberalismus stimme ich nicht vorbehaltlos, aber doch in weiten Teilen zu.

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Reicher Mann und armer Mann
standen da und sahn sich an
Und der Arme sagte bleich:
"Wär ich nicht arm, wärst Du
nicht reich"
(Bertolt Brecht, Kindervers)


EIN FUSSBALL-LESEABEND:

Thomas Ernst meets Thomas Ernst

„WIR WAREN DIE NUMMER 2. EIN FUSSBALL-LESEABEND“

Zweimal Thomas Ernst

Der Hintergrund

Im Juni 1999 leben in Bochum zufällig zwei Personen, die den Namen Thomas Ernst tragen: Der eine ist der Fußball-Bundesliga-Torwart des VfL Bochum, der andere ist Autor und leitet das studentische KulturCafé an der Ruhr-Uni Bochum (und ist ein ehemaliger Amateurtorwart). Im Rahmen der monatlichen Lesereihe Fundstücke lesen die beiden zweieinhalb Stunden vor zweihundert begeisterten Fußball- und Literaturfans literarische Texte zum Thema „Fußball – Gott ist rund“ vor. Der WDR freut sich: „Sport und Kultur – es wächst zusammen, was nie zusammen gehört hat!“ und auch die Westdeutsche Allgemeine Zeitung ist entzückt: „Ernst und Ernst, ein mal nachdenkliches, mal juxiges, aber nie verkrampftes Doppel, erzeugte gute Stimmung und provozierte Applaus.“

Seither sind sechs Jahre vergangen: Der Fußballer hat über den VfB Stuttgart den Weg zum 1. FC Kaiserslautern gefunden, der Autor ist über die Stationen Köln und Brüssel in Trier gelandet, wo er eine Dissertation zum Thema Subversive Konzepte in der Gegenwartsliteratur schreibt. Bei einem Testspiel des 1. FCK in Trier treffen sich die beiden wieder und entscheiden: Die erste Lesung darf nicht die letzte gewesen sein! Deshalb gehen Thomas Ernst und Thomas Ernst im April und Mai 2005 unter dem Motto „Wir waren die Nummer 2. Ein Fußball-Leseabend“ auf eine kleine Lesetour, die sie durch Kaiserslautern, Trier, Mainz, Wiesbaden und Ludwigshafen führen wird.

Der Abend

Thomas Ernst und Thomas Ernst gehen auf eine Entdeckungsreise durch das Universum der Fußball-Literatur, -Geschichten und -Anekdoten. Neben eigenen Texten und Gesprächen über die Wettlust von Sportlern, das Thema ´Doping` und das Verhältnis von Fußball und Sexualität gibt es einige Literaturempfehlungen und -collagen: Die Anekdotensammlungen von Eckhard Henscheid und Ror Wolf, Glossen von Christoph Biermann, Jürgen Roth und Gerd Dembowski, Auszüge aus ´großen Werken` der Fußball-Literatur wie Toni Schumachers Anpfiff und F.C. Delius´ Der Sonntag, an dem ich Weltmeister wurde. Das Programm dauert etwa zweimal eine Stunde mit einer viertelstündigen Pause und bietet ein literarisches Patchwork jener Inhalte, die in der üblichen 1:0-Berichterstattung des Fußball- und Medienbetriebs nicht auftauchen.

Die Personen

Thomas Ernst, *1967, Fußball-Torwart beim FV Biebrich, Eintracht Frankfurt, FSV Frankfurt, VfL Bochum, VfB Stuttgart und zurzeit beim 1. FC Kaiserlautern; insgesamt 18 Jahre in der Fußball-Bundesliga aktiv, dabei bislang 92 Bundesliga-Spiele, ca. 300 Spiele auf der Ersatzbank, zweitältester aktiver Bundesliga-Profi und aktuell notenbester Bundesliga-Torwart (lt. Fachmagazin Kicker). Wird im Team ´de Vadder` genannt, weil er der Vater einiger Mitspieler sein könnte. Lebt zurzeit in Mehlingen bei Kaiserslautern mit seiner Frau Kerstin Pohlmann-Ernst, die mit dem FSV Frankfurt Deutsche Fußball-Meisterin wurde, und Sohn Tjark (2).

Thomas Ernst, *1974, fußballerisch aktiv von der Kreisliga bis zur Landesliga für den TSV Broich 85, VfB Speldorf, SV Raadt, Blau-Weiß Mintard, in zahlreichen Uni- und Hobbyteams und zurzeit beim SV Viktoria Wasserliesch-Oberbillig; veröffentlichte die Bücher Popliteratur (2001) und Wissenschaft und Macht (2004) sowie zahlreiche literarische Texte und Aufsätze zur Gegenwartsliteratur, die New York Times erklärte ihn 2004 zum „expert on contemporary German literature“. Gestaltete Leseperformances in England, Wales, Belgien und in Deutschland von Hamburg bis Konstanz, von Berlin bis zum Ruhrgebiet. Lebte im Ruhrgebiet, Köln, Berlin und Brüssel. Weitere Informationen unter www.thomasernst.net.

Pressestimmen zur Lesung von 1999

„Sport und Kultur – es wächst zusammen, was nie zusammen gehört hat. (…) Zwei Personen unter einem Namen präsentieren Fußballgeschichten aus dem Leben, (…) keine bierernste Angelegenheit.“
[WDR, 1999]

„(…) Am Dienstag Abend tauschte VfL-Keeper Thomas Ernst die Rollen und las vor. Ein beachtliches Talent. (…) ´Fußball – Gott ist rund` war das Hauptthema im KulturCafé der Ruhruni. Initiator Thomas Ernst, ein ehemaliger hoffnungsvoller Ballfänger aus Mülheim, hatte keine Mühe, seinen prominenten Namensvetter für dieses Vorhaben zu gewinnen. Ernst und Ernst, ein mal nachdenkliches, mal juxiges, aber nie verkrampftes Doppel, erzeugte gute Stimmung und provozierte Applaus. Rasch legte sich die Aufregung des Fußball-Profis, das Ersatz-Trikot, pardon T-Shirt, konnte im Rucksack bleiben. Der Streifzug durch die literarisch-humoristische Balltreter-Welt umfasste Texte der hessischen Altmeister Eckhard Henscheid und Ror Wolf ebenso wie das vom Bochumer Autor Christoph Biermann notierte Interview mit dem ´letzten ehrlichen Profi`. (…)“ [Westdeutsche Allgemeine Zeitung, 1999]

„Das Kulturcafé war prall gefüllt. (…) Thomas Ernst und Thomas Ernst wussten das gut gelaunte Publikum dann auch vortrefflich zu unterhalten (…) und waren gute, leicht hintergründige Entertainer. (…) Wirklich sehr kurzweilig!“
[Fanclub Commando Bochum auf: www.commando-bochum.de/aktion/ernst.htm, 1999]

Die Termine:
13.4. (Mi.) Kaiserslautern - Kammgarn
18.4. (Mo.) Ludwigshafen - Das Haus
26.4. (Di.) Wiesbaden - Alter Schlachthof
9.5. (Mo.) Mainz - Hafeneck
10.5. (Di.) Trier - Tuchfabrik

Die beiden trugen auch Texte dieser Homepage vor. Mehr dazu im Zeitungsartikel der "Rheinpfalz". Klickt HIER!



Podiumsdiskussion am 14.3.2002
Ort: CityPoint, Bochum, Kortumstraße
Dauer: 19.40 Uhr bis 21.45 Uhr
Teilnehmer: Werner Hansch (SAT 1), Manfred Breuckmann (WDR), Tom Theunissen (freier Journalist, u.a. für ARD), Hans-Josef Justen (Sportchef der WAZ), Christoph Schurian (taz.ruhr), Prof. Stucke (Universität Bochum).
Gesprächsleiter: Andreas Buderus
Anlass: Ausstellung "TATORT STADION"
Thema: Rassismus in Fußballstadien - Die Rolle der Medien

Gewalt ist nicht Rassismus, Werner Hansch kennt das Wort "genuin", Manfred Breuckmann ist Schalker, Christoph Schurian VfL-Fan, Hans-Josef Justen steht auch nach 100 Jahren WAZ noch auf der B1 im Stau, Tom Theunissen hat ein Gesicht und Andreas Buderus kann ganz viel erzählen. Ist das wirklich alles, was von der Podiumsdiskussion zum Thema "Rassismus in Fußballstadien - die Rolle der Medien" hängenblieb?
Oh doch. Der "Rassismus in den Stadien" hat verschiedene Ursachen, verschiedene Facetten. Eine Ursache davon ist sicherlich die mediale Begleitung des Geschehens. Punkt!
Fußball ist nicht gleich Fußball. Das war ziemlich schnell die erste Erkenntnis des Abends. Ein Fußballspiel fängt nicht erst mit dem Anpfiff an und hört nicht nach 90 Minuten auf. Fußball ist mehr. Den Medien fällt es schwer, die Gratwanderung zwischen sachlicher Berichterstattung und Boulevardisierung zu finden. Wenn bei der EM 2000 in Charleroi vor dem Spiel Deutschland gegen England rund um den großen Platz 300 Journalisten, 30 Kamerateams und zahlreiche Fotografen alle Hotelzimmer mieten (getreu dem Motto: "da passiert was") - natürlich passiert dann was. Sensationslust? Zwischen Gewalt und Rassismus besteht ein Unterschied - noch eine Erkenntnis. Nicht alle gewalttätigen Fußballfans sind auch gleich Rassisten! Auch diese These fand einen Konsens. Natürlich auch die Tatsache, dass jegliche Gewalt und jeglicher Rassismus zu verurteilen sei.
Gab es denn Meinungsverschiedenheiten? Schon, bei Detailthemen! Hans-Josef Justen ist der Meinung, dass nicht alle Gewalttaten unbedingt in den Medien verbraten werden müssen; wenn z.B. "im Fan-Zug Randale ist. Hat das unbedingt mit Fußball zu tun? Müssen wir das immer bringen?" Oder Breuckmann: "Ja dann kommt der HSV-Fan, schmeißt eine Rauchbombe. Das macht der immer. Muss ich nicht immer erwähnen." Ein Plakat wie "Schindler-Juden, wir grüßen Euch" 1996 beim Länderspiel Polen gegen Deutschland, das sei etwas anderes. Das darf nicht unkommentiert stehen bleiben. Oder 1997 die Aldi-Tüten-Aktion beim Europacupspiel Bayern gegen Galatasaray Istanbul, da habe RTL völlig falsch reagiert ("für die humoristische Einlage sorgten die Bayern-Fans"). Aber oft muss es heißen: Der Gewalt keine Bühne bieten. Viele wollen nur ein Forum für die Gewaltaten haben. Leise Widersprüche auf der Bühne.
Manche Sprüche nicht zu ernst nehmen, rät Manni Breuckmann. Zudem geht es um die Ausschreitungen bei der WM 1998 in Lens, als Polizist Nivel verletzt wurde (Theunissen: "Die Medien haben doch schon vorher geschrieben: Lens ist 2 1/2 Stunden von Deutschland weg; dazu ein Sonntag. Da wirds knallen!"; Breuckmann: "Das stand doch schon Wochen, bevor es geschrieben wurde, fest. Mit der Berichterstattung hatte das nix zu tun.") Es geht um Gerald Asamoah (Theunissen: "Ist doch völlig normal, dass ein Schwarzer in der Nationalmannschaft spielt. Muss doch nicht immer erwähnt werden." Breuckmann: "Doch. Es ist eben nicht normal und muss gerade deshalb hervorgehoben werden.") Es geht um Formulierungen wie "schwarze Perle" (Schurian: "Beispiel Asamoah: Bei ihm heißt es immer: der Tänzer, der spielerisch leichte, der Ballkünstler - Attribute, die mit dunkelhäutigen Spielern in Verbindung gebracht werden. Begriffe wie "schwarze Perle", Breuckmann: "Mal nicht dramatisieren.").
Zwei Stunden lauschten 100 Zuhörer in der dritten Etage und damit am Rand des Einkaufszentrums CityPoint der Diskussion. Der interessanten Diskussion, wie zu ergänzen wäre. Feststellungen gab es viele, aber nicht viele, die ohnehin nicht schon vorher klar gewesen wären. Ja, es gibt Hooligans, ja, es gibt Rassismus, ja, die Medien haben eine Mitschuld daran. "Ja, meingott, ich gelobe, dass ich in meinen Reportagen auch weiterhin aufmerksam sein werde", zog Manni Breuckmann sein Fazit, das er auch schon vorher intus hatte. Leider wurde etwas zu wenig über Gerhard Mayer-Vorfelder geredet, den Mann, der die Ausstellung erst bekannt machte (Theunissen: "Vielleicht war das ja ein Trick. Er gibt keinen Kommentar ab und kürzt die Mittel, DAMIT die Veranstaltung bekannt wird!" Gelächter im Saal...)!
Ob denn Fortbildungen zum Thema "Rassismus" bei den Redaktionen stattfänden, wollte eine Zuhörerin wissen. Nein, antwortete Werner Hansch. Bei SAT 1 hätten die 60 ran-Redakteure doch schon mit den Samstags-Berichten genug am Kopf. Umgang mit Rassismus würde vorausgesetzt. Hansch, Breuckmann und Justen werden ihren Redaktionen bestimmt nicht von der Diskussion erzählen. Diese war somit bestimmt spannend für die 100 Zuhörer - von denen aber bestimmt auch nur die Hälfte regelmäßig im Stadion anzutreffen ist. Die Feststellung, dass der Fußball allmählich dem Kommerz verfällt (Breuckmann: "Es gibt ein einfaches Mittel, die Gewalt aus den Stadien fernzuhalten: Die Preise anheben. Das ist die Verbürgerlichung des Fußballs. Ein Prolo kann sich die Eintrittskarte nicht mehr leisten."). Breuckmann, der Mann mit den knackigsten Sprüchen; Hansch mal nicht als Dummschwätzer, Theunissen als starker Satiriker.
Blieb also mehr hängen als Kleinigkeiten über die Gesprächsteilnehmer? Meistens brachte es der Uni-Professor Stucke auf den Punkt, der sich wissenschaftlich seit Jahren mit dem Thema befasst. Am Schluss meinte er zu Werner Hansch, dass er es sich in der Sonntags-ran-Sendung wohl kaum erlauben könne, einen fünfminütigen Beitrag über die Diskussion zu bringen.
Dem ist nichts hinzuzufügen!

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Diese Seite wurde erstellt am 22.3.2008
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