1000 TIPPS FÜR AUSWÄRTSSPIELE
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Einleitung

Manche Dinge haben auch Ihr Gutes, auch wenn viele das nicht glauben wollen.
Um nicht weiter in Hieroglyphen zu sprechen: Wie Ihr an anderer Stelle auf dieser Seite erfahrt, fahre ich nicht mehr Auto. Sprich: zu allen Fußballspielen - ob Profi- oder Amateurbereich - reise ich mit Bus und Bahn an. Das führt mich zu den verwegensten Ecken des Ruhrpotts, von Essen-Kray bis nach Duisburg-Hochfeld. Ganz klar ist nun mein Entschluss, Euch die Reisetipps zu diesen wichtigen Orten nicht vorzuenthalten.
Hier sind meine ganz persönlichen "1000 Tipps für Auswärtsspiele"!

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FV Duisburg 08 (Landesliga)
(Duisburg-Hochfeld: Grunewald-Kampfbahn / Sportplatz Grunewaldstraße):

Anfahrtsweg:
Der Weg zum Duisburger Hauptbahnhof dürfte allgemein bekannt sein. Vom S-Bahn-Gleis gehts runter in den U-Bahn-Keller. Ihr müsst einsteigen in die 903 Richtung "Hüttenheim Schleife".
Fahrtziel sind die Haltestellen
"Marienhospital" (Sportplatz Grunewaldstraße) oder
"Duisburg-Hochfeld Süd" (Grunewald-Kampfbahn).
Fußweg beträgt von den Haltestellen maximal drei Minuten!
Rückfahrt mit der 903 Richtung "Dinslaken Bahnhof"!
Die Umgebung:
Grunewald-Kampfbahn
Wer allein den Vereinsnamen "Duisburg 08" und den Titel des "Stadions" hört, der kann schon vermuten, worum es sich handelt. Ja, genau richtig! Ein alt-ehrwürdiger Verein ist das, der seine besten Zeiten läääängst hinter sich hat. Das "Stadion" widerum wurde demzufolge seit zig Jahren nicht mehr renoviert.
Wer aber nun denkt, der "Kampfbahn"  fehle ein wenig das Flair, der irrt. Es finden bestimmt 2.500 Zuschauer Platz, auf der Hauptseite können sich die Besucher (im Schnitt 200, Altersschnitt 55) auf zwei Stehstufen, auf der Gegenseite auf zehn (oder waren es 15?) postieren. Hinter den Toren gibts keine Tribüne und auch keine Grashügel (dafür einen leckeren Grillstand). Selbstverständlich darf auch die Vereins-Kaschemme nicht fehlen. Eine Vereinszeitung gab´s mal, aber diesmal hab ich keine gesehen.
Sportplatz Grunewaldstraße
Sollte der Rasen mal unbespielbar sein (kommt zwischen November und März) häufiger mal vor, weicht Duisburg 08 auf die Sportanlage Grunewaldstraße aus - direkt um die Ecke.
Dort gibt es zwei Ascheplätze, beide wirken klein; ein ziemlicher Wind fegt über die Anlage. Ein kleiner Aufenthaltsraum (samt Kaffee- und Frikadellenschmiede) existiert ebenfalls. Typische Trainingsanlage, für Landesligaspiele nicht auf Dauer geeignet. Wirkt eher kreisliga-verdächtig. Okay, maximal Bezirksliga.
Der Weg zum Sportplatz:
"Wir sind das Ruhrgebiet", schmettert Wolfgang Petry in einem Evergreen - und auf welche Strecke träfe dieser Song besser zu als vom Duisburger Hauptbahnhof nach Duisburg-Hochfeld?
Die Vorurteile über das Ruhrgebiet sind so verbreitet wie der Intelligenzquotient von Verona Feldbusch: Dreckig, hässlich, dumme Menschen. Wer widerum nicht aus dem Ruhrpott kommt und als erstes mit der 903 Richtung "Hüttenheim Schleife" fährt, der wird sich in seinem Urteil bestätigt sehen. Zunächst geht es harmlos los; na klar, die Bahn fährt ja auch unterirdisch. "Hauptbahnhof", "König-Heinrich-Platz", "Steinsche Gasse" (die Duisburger Fußgängerzone), doch dann begrüßt die erste oberirdische Haltestelle "Platanenhof" die Bahn-Reisenden mit wirklich so vielen wunderbar-hässlichen Hochhäusern, dass einem vor scheußlicher Schönheit schwindlig wird. Genauso super die Menschen: Familien, Studis, Junge, Alte - aber mit keiner Gemeinsamkeit: ich könnte schwören, dass keine mehr als 3000 Mark brutto im Monat verdient.
Von folgenden Zeilen distanziere ich mich im Nachhinein ein wenig... TUT MIR LEID, LIEBE HOCHFELDER, WENN ICH EUCH ZU NAHE GETRETEN BIN! (siehe auch Eintrag von "Mike" im Gästebuch) !
Es geht über die Hauptstraße von Duisburg-Hochfeld, neben Bruckhausen und Marxloh dem mit Sicherheit schäbigsten Stadtteil der schäbigsten Ruhrgebietsstadt. Bruchbude neben Bruchbude, Tante-Emma-Laden neben Tante-Emma-Laden, Kneipe neben Kneipe, Dönerladen neben Dönerladen. Eine Jugend-Gang trifft die nächste; selbst Zwölfjährige neigen zum Kettenrauchen. "Ey cooool man".
Dann schließlich "Marienhospital", Zeit zum Aussteigen.
Anlass des Besuchs:
Das Landesligaspiel Duisburg 08 gegen Vatanspor Mülheim am 24.2.2002, Anstoß 15 Uhr. Vatanspor gewann durch Tore von Mohamed El-Said und Yilmaz Ertune mit 2:0. Winter, Wind, Scheißspiel... gibt schönere Tage.
Aber auch schon vorher war ich dort oft, ob mit dem VfB Speldorf oder auch Vatan in der Grunewald-Kampfbahn oder selbst zur aktiven VfB-Zeit an der Grunewaldstraße.
Sonstiges:
Unvergessliches Zitat von einer Oma an der Haltestelle "Marienhospital":
"Is dat nich irgenzwie in Marxloh, wo Tante Emma am beerdigt worden is?"

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Vatan Spor Mülheim (Landesliga)
Der Anfahrtsweg:
Ich gehe vom Mülheimer Hauptbahnhof als Ausgangsort aus.
Dort steigt ihr ein in den Bus 122, Richtung "Oberhausen Sterkrade Bahnhof"
Ruhrstadion:
Wenn ihr zum Ruhrstadion wollt, verlasst Ihr den Bus bis zu jener Haltestelle nicht mehr. Ihr steigt dort aus, überquert die Straße, geht unter der Autobahn A40 hindurch, um das Stadion herum bis zum Eingang. Fußweg von der Haltestelle bis dort: etwa vier Minuten.
Von-der-Tann-Straße:
Wollt ihr zur Von-der-Tann-Straße, müsst ihr "Mülheim Stadtmitte" umsteigen, in die Straßenbahn 112 Richtung "Oberhausen Sterkrade Bahnhof". Ziel-Haltestelle ist die "Willy-Brandt-Schule". Dort steigt ihr aus, überquert die Straße. Ihr geht geradeaus in die Augustastraße. Nach 500 Metern liegt auf der rechten Seite hinter ein paar Büschen der Ascheplatz.
Die Umgebung:
Ruhrstadion
Sprecht ältere Mülheimer Fußball-Freaks auf das Ruhrstadion an - und es fließen garantiert Tränen. Aber garantiert! Denn eben jenes Stadion im Stadtteil Styrum steht für bessere Zeiten im Mülheimer Fußball. Wir schreiben das Jahr 1974, der 1.FC Mülheim spielt in der 2.Bundesliga. Gegen Borussia Dortmund, gegen Eintracht Frankfurt. 20.000 Leute pilgern nach Styrum. Und heute? 28 Jahre später kickt Landesligist Vatan Spor (sechste Klasse) vor im Durchschnitt 150 Fans. Bis 1996 vermoderte das Stadion im Zustand der frühen 70-er. Über die glorreichen Profifußball-Zeiten war buchstäblich Gras gewachsen (nämlich auf die kaputten Stehstufen). Die Sitzschalen auf der Tribüne glichen exakt denen aus Zweitligazeiten. Dann kam die Stadt Mülheim auf die Idee, das Ruhrstadion ein Jahr lang general zu überholen. Herausgekommen ist eine schmucke Anlage, die 6000 Besuchern Platz bietet. Die überdachte Haupttribüne fasst 3000 Besucher (mindestens), gegenüber befinden sich sechs Stehstufen. Hinter den Toren wurden die Stufen durch Grashügel ersetzt. Um den Rasenplatz herum führt eine Leichtathletik-Laufbahn; eine "reine" Fußball-Atmosphäre gibt es dadurch nicht. Direkt hinter einem Tor führt die Bahnlinie Richtung Duisburg entlang, direkt hinter der Haupttribüne liegt das gleichnamige Freibad "Ruhrstadion", das ein Jahr lang geschlossen hatte, aber im Sommer wieder für eine interessante Ambivalenz sorgen wird. Hier schwitzen die Fußballer, dort kühlen sich die Massen ab.
Verpflegung gibt es im Klubhaus, das im Umkleidetrakt in der 1. Etage liegt. Gemäß türkischer Tradition bietet Vatanspor "Börek" und ab und zu auch Pizza an. Zu trinken gibt es alles bis hin zum türkischen Tee, Uludag (Sprite-mäßig) und Ayran (Trink-Joghurt). Ab April schmeißt der Vatan-Vorstand den Grill an und bereitet vorzüglich "Köfte" zu. Einfach herrlich, wirklich! Landesliga-Spitze, garantiert!
Stadionzeitung gibt´s nicht!
FAZIT: In der Landesliga sicherlich das schönste Stadion, auch in Mülheim die größte Sportstätte - aber mit viel Sentimentalität und - ja - Sport-Romantik verbunden.
Sportplatz Von-der-Tann-Straße
Während das Ruhrstadion im Landesliga-Vergleich spitze ist, steht der Ascheplatz Von-der-Tann-Straße ganz hinten in der Rangliste. Keine Zuschauerränge, ebenerdig, überhaupt kein Komfort; da schüttelt sich der Fußball-Ästhet. Platz für vielleicht 1000 Leute, wenn sie dicht gedrängt stehen. Nur an sommerlichen Tagen steht dort ein Grill.
Der Weg zum Sportplatz:
Ruhrstadion
Der Weg zum Ruhrstadion bietet eine Stadtrundfahrt durch Mülheim inklusive. Die Fahrt führt von der Stadtmitte über die Schlossbrücke (Mülheims Zentralachse mit Blick auf die Ruhr), durch Broich (meinen ehemaligen Heimat-Stadtteil) und Speldorf (etwas reichere Gegend) bis nach Styrum (das Arbeiterviertel in Mülheims Norden). Das Ruhrstadion selbst liegt isoliert von Mülheims Stadtteilen. Inmitten von nichts. Direkt vorbei führt die Autobahn A40 (vor allem für die Besucher des Freibades eine sehr leckere Angelegenheit... frische Luft sag ich nur) sowie die Bahnlinie. Um das Stadion herum liegen große Wiesen und die Ruhr, die vor allem für Hundebesitzer ein Eldorado bedeuten. Klasse geeignet wäre das Stadion für Konzerte, weil es quasi keine Anwohner gibt. Nur darauf ist die Stadt wohl scheinbar noch nicht gekommen.
Von-der-Tann-Straße
Die Straßenbahnfahrt zur Von-der-Tann-Straße zeigt dem Besucher die schäbigste Seite Mülheims, nämlich den Arbeiter-Stadtteil Styrum. Wobei sich dieser in den letzten Jahren ganz schön herausgeputzt hat. Im Gegensatz zu Duisburg-Marxloh oder Duisburg-Hochfeld ist Mülheim-Styrum wirklich ganz schön nobel geworden. Symbolisch ist der Wandel von der "Willy-Brandt-Schule" zu sehen. Diese war einst Hauptschule - und ist nun zur Gesamtschule mutiert!
Anlass des Besuchs:
Seit vielen, vielen Jahren bin ich regelmäßig im Ruhrstadion oder an der Von-der-Tann-Straße anzutreffen. Der Grund: Zunächst spielte der 1.FC Mülheim jahrelang dort, seit 1995 Vatan Spor. Seit Sommer 1996 bin ich für die WAZ/NRZ für Vatan zuständig und sehe deshalb 15 Heimspiele pro Saison (plus Pokalspiele). Deshalb seht ihr mich alle zwei Wochen im Bus 122 oder der Bahn 112 reisen. Ich denke, dass kein Mülheimer die Strecke so gut kennt wie ich...
Diesen Text schrieb ich nach dem Spiel Vatan Spor gegen Fichte Lintfort (1:2, 17.3.2002/Sonntag, 1:0 Aydogan (46.), 1:1 Kiraz (48.), 1:2 Karatas (85.), dann ein verschossener Vatan-Elfmeter von Mulaku (88.) vor 200 Zuschauern).
Aber bald habe ich die 100 Spiele im Ruhrstadion voll. Könnt ich wetten!
Sonstiges:
Geht zu einem Heimspiel von Vatan Spor und ihr werdet begeistert sein. Solch eine Gastfreundschaft habt ihr noch nicht erlebt, solch eine mitreißende Mentalität. Bevor ich noch weiter schwärme... irgendwann werde ich ein Buch über meine Zeit bei Vatan schreiben. Ganz bestimmt!
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TuRu Düsseldorf (Verbandsliga)
Der Anfahrtsweg:
Bis zum Düsseldorfer Hauptbahnhof wird jeder wohl noch selbst finden.
Dann einsteigen in die S2 oder S7 (Richtung "Köln Hansaring") und eine Station fahren bis
"Düsseldorf Volksgarten"
Vom Bahnsteig ist der Sportplatz, das wunderschöne Stadion schon zu sehen. Dementsprechend kurz fällt auch der Weg aus. Einfach die Treppe runter, rechts rum, dann 300 Meter geradeaus - und schon folgt die Eingangstür. Vom Bahnsteig bis zum Platz handgestoppte anderthalb Minuten. Der Kartenabreißer ist dafür umso unfreundlicher - und verlangt doch tatsächlich den Presseausweis!
Von zahlreichen Besuchern hörte ich, dass das Stadion mit der Bahn viel besser zu erreichen sei. Das kann ich mir gut vorstellen. Engelbertusstraße raus, Stadion rein - das hat nur knapp 35 Minuten gedauert!
Die Umgebung:
Stadion an der Feuerbachstraße
Okay, die Gleise oberhalb des Stadions stören etwas; aber dafür ist die Anlage sehr schnuckelig und zählt zu den schönsten in der Verbandsliga Niederrhein. Das Stadion fasst - wenn ich schätzen muss - etwa 3000 Zuschauer. Auf der Eingangsgerade befindet sich eine große, überdachte Tribüne, mit etwa 600 Plätzen. Hinter den Toren sind kleine Grashügel, auf der gegenüberliegenden Seite fünf Stehstufen.
Sollte das Rasen-Stadion unbespielbar sein, ist hinter der Tribüne eine Aschenplatz-Anlage, auf die ausgewichen werden kann.
Neben der Haupttribüne befindet sich ein Grillhaus. Dort gibt es (außer im Winter) Grillwürstchen, Frikadellen, Cevapcici und Krautsalat sowie Bier vom Fass, Fanta und Cola käuflich zu erwerben. Auch hier: Hut ab und ganz weit vorne!
Die Stadionzeitung ist im DINA-5-Format auf Hochglanz gehalten und hat sogar ein wenig Inhalt (wenngleich der qualitativ nicht mit "Blötte Aktuell" konkurrieren kann...). Zählt aber eindeutig zu den besseren.
Gegenüber des Stadions beginnt übrigens eine Grünfläche (vermutlich der "Volksgarten"). Also auch die Umgebung: nicht schlecht.
Mein Fazit: Die Düsseldorfer Anlage zählt auch nach der Analyse der einzelnen, wichtigen Punkte (Anfahrtsweg, Stadion, Verpflegung, Stadionzeitung, Umgebung) zu den Besten in der Verbandsliga! Lediglich hier ist zu merken, dass TuRu Düsseldorf Oberliga-Format nachweisen will. Sportlich klappt das noch nicht so ganz!!!
Der Weg zum Sportplatz:
Die Bahnfahrt mitten vorbei am Herz des Industrie-Standorts Ruhrgebiet (Duisburg) hinein in die rheinische Metropole. Immer wieder beachtenswert die Rotlicht-Meile neben dem Hauptbahnhof. Jede Bahnfahrt gewährt eindeutige Blicke in die Fenster gewisser Frauen.
Ganz so spannend wie die Fahrt nach Duisburg-Hochfeld ist die Anreise jedoch nicht. Es ist halt Düsseldorf, und deshalb im Gegensatz zum Ruhrpott eher "High-Society"-veranlagt. Ein Blick auf den Hauptbahnhofs-Vorplatz widerlegt diesen Eindruck keinesfalls.
Anlass des Besuchs:
Das Fußball-Verbandsligaspiel TuRu Düsseldorf gegen VfB Speldorf am Samstag, 16.3.2002! Endstand 3:1 (2:1) für Speldorf. Tore: 0:1 Kokic (8.), 0:2 Pröpper (40.), 1:2 Gottwald (44.), 1:3 Örs (73.) vor 200 Zuschauern. Nette Plaudereien mit dem VfB-Vorsitzenden Klaus Wörsdörfer.
In der vorherigen Saison (Oktober 2000) war ich schon einmal in Düsseldorf - allerdings mit dem Auto und beim Spiel TuRu gegen TuS Union 09 (Endstand 5:2 für Düsseldorf).
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Diese Seite wurde zuletzt geändert am 5.6.2002