UNI DUISBURG / ESSEN
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Einleitung

Am Anfang meiner Homepage stand hier das:
Seit dem Wintersemester 1997/1998 bin ich offiziell Student an der Universität Essen. Ich schrieb mich ein mit den Fächern Deutsch und Pädagogik und studierte auf Lehramt.
Mein erstes Semester begann perfekt: Mit dem letzten großen Studenten-Streik, der zwischen dem 20. November 1997 und dem 8. Januar 1998 die komplette Uni lahm legte. Ich freute mich über zusätzliche Freizeit und zahlreiche ausgefallene Stunden. Die Bilanz des ersten Semester war jedoch eine des Schreckens: ich machte kaum Scheine, rasselte durch eine (von insgesamt drei) Klausuren (ich sag nicht welche; zu peinlich...). Je länger ich studierte, desto mehr fand ich in die Journalisten-Welt hinein. Das war für die Uni nicht ganz förderlich, zumal ich den Lehramts-Studiengang von Zeit zu Zeit verabscheute, weil ich sicherlich keinen guten Lehrer abgeben würde und schon das Grundstudiums-Praktikum so weit wie möglich vor mir herschob.
Im Israel-Urlaub im September 1999 beschloss ich, die Notbremse zu ziehen und den Studiengang zu wechseln. Deshalb studiere seit dem Wintersemester 1999/2000 auf Magister, und zwar Germanistik (Hauptfach) sowie Praktische Sozialwissenschaft und Pädagogik (Nebenfächer). In Germanistik konnte ich mir so viele Scheine anerkennen lassen, dass ich flugs die Zwischenprüfung machte und mich zurzeit im Hauptstudium befinde. Deshalb studiere ich derzeit fast nur Nebenfächer. In der „Praktischen Sozialwissenschaft“ fehlt mir zur Zwischenprüfung nur noch der blöde Empirie-Schein. „Datenerhebung“, „Datenanalyse“ – die Klausuren werde ich nie bestehen
Der Fahrtweg von meiner Wohnung bis zur Uni beträgt übrigens (je nachdem, welche Bahn ich erwische) zwischen 30 und 40 Minuten.

Jetzt kann ich Euch sagen:
Die Zwischenprüfung legte ich im Mai 2006 ab. In allen drei Fächern - Germanistik, Praktische Sozialwissenschaft und Pädagogik - bestand ich mit der Note "gut" (2,3). In Sowi habe ich alle nötigen Scheine beisammen, in den anderen Fächern fehlt kaum noch etwas. Doch dann kam das Volontariat dazwischen...

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BILDER:

Es ist zwar kein wirklicher virtueller Rundgang durch die Uni Essen; aber immerhin vier Fotos, um Euch einen Eindruck zu vermitteln!
 
Campus Campus von oben Flur Im Aufzug
Diesen Blick erhält jeder Studierende der Uni Essen, wenn er die Mensa verlassen hat und in die hinteren (gesellschaftswissenschaftlichen) Gebäude will. Dazu muss er den gesamten Campus überqueren. Wenn sich dieser Studierende in einem dieser gesellschaftswissenschaftlichen Gebäude befindet, und dann in die 6. Etage hochgefahren ist, gibts diesen Überblick über das Uni-Gelände! Die Flure, die die Zukunft bedeuten: Intelligente Professoren, wissentliche Hilfskräfte und nicht zuletzt 15.000 Studierende brüten hinter solchen Türen... Ohne Aufzüge ist die Uni Essen gar nicht denkbar. Digitalkameras lassen tolle Spielchen zu!

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GERMANISTIK
Referat (19.7.2002) zum Thema "Identität und Sport"!
Referenten: Rebecca Jung, Andreas Ernst (ca. 50 Minuten - und wir mussten stark kürzen)
- DER LEITFADEN - (nähere Infos bei mir)

Sportsprache SS 02
Chlosta/Schoeneck
Projekt „Identität und Sport“

Identität (lat.): die als `Selbst` erlebte innere Einheit der Person (psych.); Selbstverständnis
These: Sprache ist ein Merkmal der (ethnischen) Identität
Sprachwahl aus Ausdruck der Identität

Aufhänger:
Immer wieder ist von Rassismus auf dem Sportfeld die Rede, so ganz reibungslos vollzieht sich der Spielverlauf (vor allem im Fußball) zwischen deutschen und ausländischen Mannschaften nicht.
Gerade im Ruhrpott stehen sich auf Stadt- und Landesebene häufig deutsche und türkische Fußballmannschaften gegenüber, allein in Essen gibt es 5 türkische Fußballvereine. Und auch hier wird von Ressentiments zwischen den Mannschaften berichtet. Warum schließen sich ausländische Vereine zusammen? Inwieweit verstehen sich türkische Vereine als explizit türkische Vereine? Inwiefern verstehen sie sich als eigene (Sprach-) Gemeinschaft, wie sehr grenzen sie sich ab vom – deutschen - Vereinsleben?
Um solchen Fragen nachzugehen, haben wir uns während des Semesters mit dem Sprachgebrauch türkischer Fußballvereine beschäftigt.

Vorgehensweise:

1. Präsentation der Vereine im Internet
... im Hinblick auf die Frage des Sprachgebrauchs
DIE AUSFÜHRLICHERE INTERNET-ANALYSE IST NOCH NICHT VERSCHRIFTLICHT
Ergebnis: mehr deutsch als wir erwartet hätten!

2. Datenerhebung zum Sprachgebrauch der Mannschaften mittels eines Umfragebogens

Umfragebogen zum Sprachgebrauch von ausländischen SportlerInnen in NRW

Auswertung der Bögen: BEI INTERESSE IST DER FRAGEBOGEN BEI MIR ERHÄLTLICH! EINFACH EINE E-MAIL SCHREIBEN UND HIER KLICKEN!

Ausgefüllte Fragebögen insgesamt:      18

A1) Alter:
18-20:     1
20–25:    6
26-30:     5
31-40:     2
41-50:     3
51-55:    1

A2) Geschlecht:
männlich:  17
weiblich:   1

B1) Vereinstyp:
Fußball:  16
Tanzsport:   1
Volleyball:   1

- Der „Durchschnittsbefragte“ ist männlich, zwischen 20 und 30 Jahre alt und spielt Fußball in einem türkischen Verein

B7) Nationalitäten, aus denen sich die Mannschaften zusammensetzen:

Anzahl der Nationalitäten, aus denen sich eine Mannschaft zusammensetzt Häufigkeit  Nennungen der Nationalitäten
                        1                        1 türkisch
                        2                        7 türkisch, deutsch
                        3                        7 türkisch, deutsch, sonstige (u.a. wurden genannt: libanesisch, belgisch, marokkanisch)
                        4 und mehr        3 türkisch, deutsch, sonstige (u.a. wurden genannt: spanisch, jugoslawisch, tunesisch)

- Die „Durchschnittsmannschaft“ eines ausländischen Vereins setzt sich aus 2 bzw. 3 Nationalitäten zusammen

1. Zum Sprachgebrauch der rein türkischen Mannschaft (insgesamt 1):

 B 10) In welcher Sprache sprechen Sie mit Ihren Mannschaftskollegen?
 Für alle drei genannten Situationen wurden deutsch und türkisch als Sprache angegeben, allerdings mit dem Hinweis, daß das Türkische deutlich überwiege

 B 11) In welcher Sprache sprechen Sie mit dem Schiedsrichter?
Deutsch oder türkisch – die Sprachwahl wird als abhängig von der Nationalität des Schiedsrichters angegeben.

B 12) In welcher Sprache sprechen Sie mit den Zuschauern?
Türkisch

2. Zum Sprachgebrauch der türkisch – deutschen Mannschaften (insgesamt 7):

B 10) In welcher Sprache sprechen Sie mit Ihren Mannschaftskollegen?
Während des Spiels / Während des Trainings / In der Umkleidekabine
Türkisch 2 1 2
Deutsch 1 1 1
Deutsch und Türkisch 4 5 4
Deutsch und Sonstige 0 0 0
Türkisch und Sonstige 0 0 0
Keine Nennung 0 0 0

B 11) In welcher Sprache sprechen Sie mit dem Schiedsrichter?
Während des Spiels
Türkisch 0
Deutsch 5
Deutsch o. Türkisch (je nach Nationalität des Schiedsrichters)  1
Deutsch und Sonstige 0
Türkisch und Sonstige 0
Keine Nennung 1

B 12) In welcher Sprache sprechen Sie mit den Zuschauern?
Türkisch 3
Deutsch 1
Deutsch und Türkisch 3
Deutsch und Sonstige 0
Türkisch und Sonstige 0
Keine Nennung 0

3. Zum Sprachgebrauch der Mannschaften, die sich aus drei und mehr Nationalitäten
zusammensetzen (insgesamt 10):

B 10) In welcher Sprache sprechen Sie mit Ihren Mannschaftskollegen?
Während des Spiels/Während des Trainings/In der Umkleidekabine
Türkisch 1 0 0
Deutsch 3 3 3
Deutsch und Türkisch 6 7 7
Deutsch und Sonstige 0 0 0
Türkisch und Sonstige 0 0 0
Keine Nennung 0 0 0

B 11) In welcher Sprache sprechen Sie mit dem Schiedsrichter?
Während des Spiels
Türkisch 0
Deutsch 9
Deutsch o. Türkisch (je nach Nationalität des Schiedsrichters)  0
Deutsch und Sonstige 0
Türkisch und Sonstige 0
Keine Nennung 1

B 12) In welcher Sprache sprechen Sie mit den Zuschauern?
Türkisch 1
Deutsch 2
Deutsch und Türkisch 5
Deutsch und Sonstige 0
Türkisch und Sonstige 0
Keine Nennung 2

Zusammenfassung

- Die Auswertung der Fragebögen zeigt, daß Deutsch und Türkisch die Sprachen sind, die in den befragten ausländischen Sportvereinen gesprochen werden. Das verblüfft vor allem, wenn man die Mehrfachnennungen der Nationalitäten betrachtet, aus denen sich eine Mannschaft zusammensetzen kann.
- Dabei ist zu beachten, daß sich die starke Präsenz des Deutschen vor allem aus B11 ergibt; eine mögliche Erklärung ist, wie auch als Antwort genannt, die zumeist deutsche Nationalität des Schiedsrichters.
- Ansonsten ergibt sich ein sehr ausgewogenes Bild: die Mannschaften, die sich aus 2 oder mehr Ethnien zusammensetzen, kommunizieren in den abgefragten Situationen bilingual (türkisch – deutsch).  In der rein türkischen Mannschaft überwiegt der türkische Sprachanteil, was besonders an B12 (Kommunikation mit den Zuschauern) deutlich wird. Deutsch wird nur selten, am häufigsten mit dem Schiedsrichter gesprochen (B11).
- Ebenfalls zu erfassen versuchte der Fragebogen die Situationen, in denen die Sprache gewechselt wird. Insgesamt gaben 12 Sportler an, die Sprache während des Sports zu wechseln (keine Nennung: 2; Verneinung: 4).

Als Gründe wurden genannt:
- Schimpfen/Fluchen (auf türkisch): 2
- Aus taktischen Gründen: 2
- In Abhängigkeit zur Nationalität des Gesprächspartners:  3
- Wenn das türkische bzw. deutsche Wort fehlt: 1
- Deutsche ärgern auf türkisch:  1
- Aus Jux: 1
- Weiß nicht: 2
- Keine Angabe von Gründen:  1

Kritik am Fragebogen (die wir selbst im Rahmen der Auswertung feststellten!)
1. Formalia
- kein Kopf
- Frage 12 nicht logisch: Schiedsrichter- Training- Umkleide
- Layoutfehler Frage 6 (Mannschaftskapitän) in den ersten Bögen
- Layout Frage 7 führte zu Häkchen statt wie vorgesehen Ziffern
- Fehlende Regieanweisung bei Frage 2 führte ebenfalls zu Mißverständnissen
- Überschrift: Mißverständnis, schließt durch Fragestellung manche Sportarten aus
(Problem: Sommerpause)

GESAMTFAZIT: (ganz grob zusammengefasst!)
- Die untersuchten türkischen Mannschaften ziehen sich nicht in eigene Mannschaften zurück, um "unter sich" zu sein und um den Sport zur Findung der eigenen Identität zu nutzen, sondern sind durchaus offen für andere Nationalitäten.
Weitere Ergebnisse werden folgen!

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SOWI
Praktische Sozialwissenschaft - Lehrforschungsprojekt - 29. Juni 2005 - Uni Essen:

Ich sag immer: Eisen ist Eisen

Ganz sicher eins meiner inhaltlichen Highlights meines Uni-Lebens

Im Moment - meine Freunde wissen durch meine Erzählungen Bescheid - besuche ich an der Uni ein Lehrforschungsprojekt. Im Rahmen des Fachs "Praktische Sozialwissenschaft", im Hauptstudium. Das Ganze geht über zwei Semester, und wir sind kurz vor dem Ende angekommen. Das Thema lautet "Fitnessstudios" und eigentlich wissen wir immer noch nicht, wohin wir mit all unserem empirischen Theoriewissen hinwollen. Jedenfalls ist es uns gelungen, jeweils einen Leitfaden für Experteninterviews mit Fitnessstudio-Besitzern sowie Fragebögen für Fitnessstudio-Kunden zu entwerfen. Und hurra, ich durfte eins dieser Interviews führen. Das ist jetzt anderthalb Monate her, aber nachdem ich nun das transkribierte Gespräch zugemailt bekam, muss ich sagen: Meinem Uni-Kumpel Norbert und mir ist ein auch für Germanisten herausragendes Dokument gelungen, da der zu Interviewende gut und gerne der uneheliche Zwillingsbruder von Herbert Knebel hätte sein können. Aus dem 17-seitigen Gespräch muss ich Euch einfach ein paar Ausschnitte vorstellen. Das genaue Gespräch gibt es bei mir auf Anfrage!

DIE ERKLÄRUNG: E = Experte, I1=Norbert, I2=Andi

(...)
I1: Wir möchten jetzt ein bisschen auf die Entwicklungsgeschichte in der Fitnessbranche im Allgemeinen eingehen, wenn man mal überlegt, in den  80er Jahren, als hier alles angefangen hat, hat das ja sehr viel anders ausgesehen als heute. Wie würden Sie denn die markanten Entwicklungsschritte so ein bisschen skizzieren wollen?
E: Man kann, ich sag immer Eisen ist Eisen, es bleibt immer das Gleiche. D. h. also auch wenn ich Hanteltraining mache, an den Maschinen, es wird immer der gleiche Muskeltyp trainiert, dafür gibt es auch diese verschiedenen Geräte. Von den 80er, oder gehen wir auch weiter zurück zu den 70er Jahren, dann haben sich zwar diese Gerätschaften verändert, aber die haben meistens immer alles das Gleiche, obwohl sehr viel Blödsinn heutzutage mit auf den Markt kommt. Z.B. es gibt Gerätschaften, wo die Frauen oder Personen gar nichts mehr machen brauchen, man braucht sich nur drauf setzen und dann geht alles mechanisch von allein und wenn das mechanisch ist, was soll das überhaupt bringen, ne?
(...)
I1: Jetzt ist das Angebot jetzt mal relativ breit aus dem sich der Fitnessstudiobesitzer quasi theoretisch bedienen könnte. Woran  machen Sie denn für sich aus, was für ihr Studio an Kursangeboten interessant ist und was für Ihr Publikum nicht in Frage käm.
E: Interessant sind meistens immer Kurse, wo die Frauen nichts machen brauchen (lacht). Das ist so, weil Frauen sind bequem.
(...)
I2: Wenn ich noch mal kurz fragen darf, was haben sie denn für einen Beruf ausgeübt, verraten Sie mir das?
E: Ja ich war bei der Ruhrkohle gewesen.
I2: Das ist ja keine typische Karriere, von der Ruhrkohle ins Fitnessstudio?
E: Ja, eine typische Karriere, nein. Ich war bin bei der Ruhrkohle, Bergmannsfamilie, Vater war Bergmann gewesen. Bruder ist reingerutscht, ich bin dann reingerutscht. Waren dann erst auf der Kokerei hier in Essen gewesen, die hat dann zu gemacht, dann wurde ich weiterverlegt, nach Gelsenkirchen von Gelsenkirchen bin ich dann wieder weiterverlegt worden. Und das hat dann hinterher auch keinen Spaß mehr gemacht, weil die soviel Druck auf den Leuten ausgeübt haben. Und wie gesagt, da ich sowieso mich schon immer selbständig machen wollte 25 Jahr, hat aber nie geklappt, weil allein ist das sehr schwer, da muss man auch immer eine Partnerin haben, oder einer der einem ein bisschen Rückendeckung gibt, weil allein kann man das nicht schaffen, da geht man unter. Und die Partnerin habe ich eben gefunden, gut mit der kann ich es riskieren und ja…
(...)
I1: Verstehe ich das richtig, Sie zweifeln noch so ein bisschen an, dass diese Wellnesswelle, die ja gerade schon boomt sich aber auf Dauer durchsetzen wird, das bezweifeln Sie, oder habe ich das falsch verstanden?
E: Nein, das ist falsch verstanden, die Wellnesswelle wird kommen, gerade bei den Frauen, weil die sich eben gern verwöhnen lassen. Genauso, wenn die sich morgens schminken, die gehen lieber nach dem Frisör und lassen sich vom Frisör die Haare fönen und toupieren und Haarspray drauf, als sie selbst machen, he! Obwohl sie es auch selbst machen müssen, aber sie lässt das lieber machen. Frauen lassen gern, ist nun mal eben so. Die Achten zwar auf ihr äußeres, sag ich mal, schminken, Kleidung, das meiste, was bei denen zur Zeit [???]sind, da wird nicht geachtet. Also, da muss ich sehen, also, bei den Jahren wo ich jetzt im Fitnessstudio bin, auch vorher, wo ich selbst mittrainiert habe, da wurd nicht so auf die Gesundheit geachtet, die war nur immer bestrebt, ein paar Kilo abnehmen, so schnell wie möglich und dann gar nichts mehr machen. Ne, also wie gesagt, ich habe eben sehr viele Frauen, die eben diese Schwierigkeiten haben und die fühlen sich alle pudelwohl. Das beste Beispiel ist, da kommt eine Frau rein, die 40 Kilo Übergewicht hat. Und die möchte innerhalb von sechs Wochen von Größe 46 runter kommen auf 38. Aber knallhart gesagt, das ist kein Scherz. Das bekommt man so gesagt. Ja. Und dann steht man da, ne, das geht nicht. Wieso nicht? Dann kommen natürlich die Medien, und wenn ich dann in so einer Zeitung sehe, ein Pfund pro Tag abnehmen, wenn die Leute das 365 Tage machen, wie viel wollen die denn verlieren? 365 Pfund? Geht wohl schlecht. Und ein Pfund pro Tag und das mal 30 Tage, das sind 30 Pfund, das wären in einem Monat 15 Kilo. Das ist ein Ding der Unmöglichkeit. Ohne Bewegung, nur das Essen umstellen, das ist ein Ding der Unmöglichkeit. Wir haben Fettzellen, Fettzellen, so dass was wir Essen, ehm, Kohlenhydrate, ein Kohlenhydrat hat vier Kalorien, 4,1 Kalorien genau, aber man geht von 4 Kalorien aus. Das was wir essen, wird es angesetzt vom Körper, also abgelegt in unseren Fettzellen, haben wir eine Fettkalorie, und diese Fettkalorie, beträgt 9,3, also über das doppelte hinaus. Und die muss ich erstmal löse
(...)
I2: Habe ich sie richtig verstanden, dass die Frauen, die hier rein kommen durch die Öffentlichkeit ein ganz anderes Bild von Fitnessstudio transportiert bekommen, dass die hier rein kommen und ein ganz anderes Bild von Fitnessstudio haben, als das, was es wirklich ist?
E: Genau, Fitnessstudio, die Frauen kommen erstmal rein und sagen ich will keine Muskeln, ich will nicht so aussehen wie der, sag ich, geht doch mal von Arnold Schwarzenegger aus, ihr ne Frau, ihr seid Frauen. Ja aber ich will keine Muskeln. Dann erkläre ich denen das, wie das überhaupt passiert, dass sie keine Muskeln aufbauen können. Ja, aber ich will nicht so aussehen, ich will keine Muskeln. Sag ich, ihr bekommt keine Muskeln. Die Muskeln, die ihr habt, die werden gestrafft, die werden gestärkt, vielleicht kommen 1-2cm dabei, weil die sowieso jetzt aussehen, wie ein Luftballon der vorher aufgeblasen war, wo jetzt die Luft raus ist, so labberig, sag ich, und den müssen wir jetzt leicht Luft wieder rein blasen, damit der wieder glatt wird und sich formt, sag ich, und dann das Fett verbrennt, was darum ist, ja aber ich will nicht solche Muskeln. Ich will ja nicht so aussehen. Sag ich, es geht nicht, sag ich, außer ihr habt solche Spritzen, sag ich, rechte Seit Pobacke den ganzen Tag, zieht raus linke Seit abends, schlaft damit. Dann anständig pumpen, dann seht ihr irgendwann mal so aus. Wie diese Damen das profihaft machen. Sag ich, es kann von Natur keine Frau aus so aufbauen. Ja aber ich will keine Muskeln. Das muss man denen dann erstmal beibringen. Wir sind natürlich bemüht, wenn die Frauen hier erscheinen, versuche ich denen dass natürlich so zu erklären, dass sie das verstehen. Die meisten verstehen das auch und wissen dann auch was ich meine, aber ich sag mal, dass sind ungefähr nur 30%. 70% hören gar nicht zu, die kommen nur rein, ja, ja, ja und weg, warum denn auf den Mann hören. Du musst auch so gehen. Ich bin ja ne Frau und ich kann das. Aber die Frauen die auf mich hören, die dann abnehmen, und sich formen, d. h. eine frauliche Figur bekommen, abnehmen dabei und sich fit fühlen, da geht es ja schon, dass andere Frauen hingehen und tuscheln. Die hat aber eine schöne Figur bekommen. Ich bekomm das dann mit und könntest du ja auch haben. Nur der Wille ist meistens nicht da.
(...)

... und ich könnte noch viele Beispiele mehr herausgreifen. Merkt Euch: Der Mann ist Besitzer eines Frauen-Fitnessstudios in einem Essener Gewerbegebiet!

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Zwischenprüfung im Fach "Praktische Sozialwissenschaft"
Abgabetermin: Ostermontag, 12.4.2004 (habe ich so gerade eben geschafft; erstellt wurde das Ganze im März)
Geforderter Umfang: "um die 20 Netto-Seiten" (also ohne Titelseite sowie Inhalts- und Literaturverzeichnis)
Andi´s Umfang: ca. 22 Seiten

Thema:
Soziologie neuer sozialer Bewegungen am Beispiel der Friedensbewegung

Gliederung:
1) Einleitung (logisch)
2) FRIEDENSBEWEGUNG
2.1) Neue soziale Bewegungen (2.1.1. Begriffsklärung, 2.1.2. "Alte" und "neue" soziale Bewegungen)
2.2) Friedensbewegung (2.2.1. Anfänge, 2.2.2. Ohne-uns-Bewegung, 2.2.3. Volksbefragungs-B., 2.2.4. Paulskirchen-B., 2.2.5. Kampf-gegen-Atomtod-Bewegung, 2.2.6. Ostermarsch-B., 2.2.7. Friedenspolitisches Engagement der Studentenbewegung, 2.2.8. Friedensbewegung in den 70ern und 80ern, 2.2.9. Friedensbewegung in der Gegenwart)
3) SOZIOLOGISCHE THEORIE UND FRIEDENSBEWEGUNG
3.1) Systemtheorie und Friedensbewegung
3.2) Kritische Theorie und Friedensbewegung
3.3) Marxismus und Friedensbewegung
4) ZUSAMMENFASSUNG UND PERSPEKTIVE

Note:
1,7

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PÄDAGOGIK
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MTV Campus Invasion (u.a. mit Heather Nova, Joy Denalane, Donots) - 14. Juni 2002 - Uni Essen:

My hero

DER BERICHT:

Ich sehe die Türme, die Gebäude, die rote Fassade. Ich sehe die Uni. Nein, Freunde sind wir noch nicht geworden, die Uni und ich. Vielmehr ist es so eine Pflicht-Zweckgemeinschaft. Vergleichbar mit zwei Klassenkameraden in der Grundschule, in der der eine den anderen ständig hänselt. Die Türme, die Gebäude - dort verbringe ich heute Abend meine Freizeit. Ich sehe den Himmel, der ist bedeckt, Regentropfen klatschen auf meine Brille, aber nur zwei, dann hört´s wieder auf. Und ich dachte schon, der Abend sei für mich schon beendet, bevor er angefangen hat. Die sogenannte "MTV Campus Invasion" - Tour macht heute bei uns in Essen Halt. Die Wirtschaftswissenschaftler haben dafür gesorgt. Headliner sollten eigentlich Silverchair sein, aber die haben kurzfristig abgesagt - dafür kommt Heather Nova. Die hab ich zwar erst vor zehn Tagen gesehen, aber von dieser Schönheit kann man(n) nie genug bekommen. In jedem Fall steuere ich an einem Freitagabend zielgerichtet auf die Uni zu, wohlwissend, dass diesmal nichts daran erinnern wird, dass sich in den Gemäuern ansonsten 15.000 Studenten weiterbilden.
Ich sehe mein Handy. 19.55 Uhr steht dort drauf. Eine Uhr habe ich seit ein paar Jahren nicht mehr, ich weiß eigentlich selbst nicht genau, warum. Ist ja auch nicht so wichtig. In diesem Moment müssten eigentlich die Donots die Bühne betreten, denke ich mir, als ich auf den Eingang zustrebe und die ersten Töne von "My Hero" erklingen. Wow, echt klasse, die Jungs haben einen tollen Sound drauf. Ob es wohl noch Karten gibt? Ich hab´s nämlich nicht gepeilt, mir im Vorfeld ein Ticket zu besorgen; so ein Shit aber auch. Aber es sind noch genügend Karten da. Leider lässt der Verkäufer nicht mit sich handeln und ich muss die vollen 17 Euro hinblättern, obwohl die Invasion schon seit vier Stunden läuft! Macht nichts. Ich gehe, ja jogge fast an den zahlreichen Fressbuden vorbei, lasse den Geruch von Würstchen in meiner Nase verschwinden und platziere mich auf der großen Wiese. In 100 Meter Entfernung: die Donots aus Ibbenbüren. Gehen gut ab die Jungs, spielen ein paar neue Sachen, dann noch "Room with a view" und - als vorletzten Song - "whatever happened to the 80´s"! Das wollte ich immer schonmal live hören. Kurz vor neun verschwinden die Donots - gut, dass ich die gesehen habe, nachdem "Die Happy" und "Readymade" nachmittags dran waren, leider zu früh für mich. Irgendein Moderator faselt was von "habt ganz schön viel Rock gesehen und auf die Fresse bekommen. Euch wurde in den Arsch getreten". Hä?
Ich sehe Leute. Gruppen. Grüppchen. Liegende. Sitzende. Stehende. Saufende. Knutschende. Streitende. Ich sehe den Mond am Himmel, ein Flugzeug, das abhebt und am Mond vorbeischwebt. Über den Wolken. Es ist kurz vor neun, bis zur nächsten musikalischen Abwechslung dauert es knapp 45 Minuten. Ich drehe eine Runde über das Gelände, und muss eingestehen, dass ich gar keinen treffen will. Heute ist einer von den Tagen, an denen ich am liebsten mit niemandem sprechen will, ohne genau zu wissen, warum. Vielleicht liegt das auch an den Bauchschmerzen, die mich den ganzen Tag schon quälen. Vielleicht liegt das an der Vorfreude auf das morgige Fußball-WM-Spiel Deutschland gegen Paraguay. Was weiß ich. Die Leute sehen mich an. Aber ich sie nicht. Ich schaue durch sie hindurch. Und lande nach zehn Minuten wieder auf meinem 100-Meter-von-der-Bühne-entfernt-Platz! Eine SMS kommt: Helmut sagt sich an für Dänemark gegen England um 13.30 Uhr.
Ich sehe Joy Denalane. Den Namen habe ich bis heute, 17 Uhr noch nie gehört. Da nämlich tippte ich ihn bei google.de ein - und erhielt die verblüffende Neuigkeit, dass die Debüt-CD von eben jener Joy exakt heute von NULL auf ACHT (!) in den Charts eingestiegen ist. Hmm... wer sowas schafft, kann gar nicht schlecht sein; schon gar nicht, wenn er/sie für einen Auftritt bei der Campus Invasion gebucht wurde. Auf den Ankündigungen steht: Soul-Joy, als etwas ruhiger wird sie beschrieben. Ich bin gespannt, und werde doch ein wenig enttäuscht. Manche finden es gut, manche nicht. Der Fall ist klar: Diese Art von Soul ist einfach nicht meine Musik. Dieses saxophonische, unheimlich stimmgewaltige. Ich mag das einfach nicht und warte nur aufs Ende. Zumal sich eben jene Joy verdammt cool verkommt und mir damit tierisch auf den Piss geht. Das sorgt dafür, dass die Band zuweilen wie eine bayrische Blaskapelle wirkt, die in der Pause die saufenden Kirmesgäste unterhalten darf. Naja, dieser Vergleich ist wirklich etwas gemein - die Frau hat nämlich vermutlich wirklich was drauf und sogar ihren Lebenspartner dabei (Max vom "Freundeskreis"). Die beiden schmettern ihren Hit "Mit dir" - na wenigstens ein Highlight.
Ich sehe nichts mehr. Es ist mittlerweile dunkel geworden, auf meinem Handy leuchten die Zahlen 22.25 auf. Zweite Runde, immer noch begegnet mir niemand, den ich kenne. Hunger habe ich nicht, ne Cola schlürfe ich, den Becher nehme ich mit. Der ist zwar hässlich, aber egal. Den einen Euro Pfand kann ich locker verschmerzen. Ich bereite mich nervlich auf meine Heather vor. Es ist erst zehn Tage her, seit meiner Schmachterei im Gelsenkirchener Amphitheater. Nun wird mich diese phantastische Frau wieder mit ihrem Aussehen und ihrer Stimme beglücken. Ich rücke etwas weiter nach vorne in die Menge, um möglichst nah dran zu sein. Die Zeit vergeht schneller als in der letzten Pause, dann kommt Heather. Hmm... hat die keine anderen Klamotten als dieses Indianer-Look-Kleid? Ich glaube, es ist dasselbe wie in Gelsenkirchen. Aber von seiner Schönheit hat es nichts eingebüßt. Mammamia, diese Stimme... Ich glaub, ich liebe diese Frau. Es ist einfach phantastisch. Und diesmal spielt sie sogar "Virus of the mind" von ihrer aktuellsten CD. Ihre Stimme wird auch Montag noch durch die Gemäuer der Uni Essen schallen und für Emotionen in trostlosen Datenanalyse-Vorlesungen sorgen. Ganz sicher! "Heart and shoulder", "I´m no angel", "Walk this world" - fast derselbe Ablauf wie vor zehn Tagen, aber ich kann nicht genug davon bekommen. Einfach wunderbar!
Ich sehe die A40 mitten in der Nacht. Schon um 0.10 Uhr muss ich meine geliebte Heather verlassen; keine Ahnung, wann ich sie wiedersehen werde. Die letzte U18 Richtung Mülheim fährt, und die muss ich dringend erwischen, da mein Schlaf nicht so üppig ausfallen wird - um 8.30 Uhr spielt wie schon einmal erwähnt Deutschland bei der WM gegen Paraguay. Da werden wohl einige Studis die Nacht durchmachen, aber für mich ist das nichts. Auf der Autobahn ist nichts los. Es regnet, einige Blitze erhellen das Ruhrgebiet.
Ich sehe Heather Nova vor mir. Vor meinem inneren Auge. Die Uni-Türme, die Uni-Gebäude sehe ich nicht.

DER ABEND:

20.05 Uhr - 20.55 Uhr: Donots
21.35 Uhr - 22.25 Uhr: Joy Denalane
23.15 Uhr - 0.10 Uhr: Heather Nova
vorher waren aufgetreten: Beatbetrieb (15.35 - 16.15 Uhr), Readymade (16.40 - 17.25 Uhr), Die Happy (17.55 - 18.40), Suit Yourself (19.00 - 19.35)

Zuschauer: Oh man, das ist wirklich sauschwer zu schätzen; ausverkauft war es jedenfalls nicht, da um 19.50 Uhr (also vier Stunden nach Veranstaltungsbeginn noch massig Karten übrig waren). Dennoch: Das Campus war gut gefüllt, wenngleich ein Gedränge wirklich anders ausschaut. Ich denke, dass beim Sommerfest am 21.6. mehr los sein wird! Da werde ich auch Leute treffen; denn da ich mich bescheiden im Hintergrund aufhielt, traf ich nicht ganz so viele Kollegen.
Die Veranstaltung: Die MTV Campus Invasion wurde anscheinend von der WiWi-Fachschaft nach Essen gelotst (in jedem Fall gab´s keine Extra-WiWi-Sommerparty wie sonst; außerdem gabs die Karten vorher auch in der WiWi-Fachschaft - eindeutige Indizien oder nicht!?!). Daher gabs nicht nur die üblichen Konzertfressbuden quer auf dem Campus, nein, außerdem gabs ab 0 Uhr (ich denke bis in die Morgenstunden) im Hörsaalzentrum ne Disco.
Die Situation: Ist denke ich auch eine Erwähnung wert. Die "Campus Invasion" fand mitten im Studentenstreik statt, also nicht im stinknormalen Uni-Alltag (die NRW-Landesregierung will Studiengebühren einführen). Außerdem wurde am 15.6. (Samstag) früh um 8.30 Uhr das WM-Spiel Deutschland gegen Paraguay angepfiffen. Da werden einige Studis durchgemacht haben...
Andi´s Abend: Ich entschied mich für den RE um 19.13 Uhr, war daher fast pünktlich zu den Donots auf dem Gelände, und verschwand mit der letzten U18, die um 0.20 Uhr ab Berliner Platz fuhr. Dazu musste ich allerdings das letzte Stück von Heather Nova sausen lassen. Das machte aber nichts, denn pünktlich, als ich die U18 betrat, begann ein Riesen-Gewitter. Meine Wohnung betrat ich um 1 Uhr!

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Uni-Sommerfest 2002 (u.a. mit Liquido, Overproof Soundsystem feat. Rockers Hi-Fi) - 21. Juni 2002 - Uni Essen:

Play some rock

BERICHT:

Erwartet bitte keinen ausführlichen Bericht; es ist mittlerweile 1.08 Uhr am 21.6.2002, morgen früh klingelt um 7.30 Uhr der Wecker, weil ich zum WM gucken verabredet bin (Viertelfinale Spanien gegen Südkorea, Anstoß 8.30 Uhr)! Deshalb fasse ich mich heute etwas kürzer, was aber auch ein wenig mit der Veranstaltung zusammenhängt, die nicht ganz so viel hergab wie andere.
Also mal hübsch der Reihe nach: Morgens noch beschäftigte ich mich im Rahmen meines Sportsprache-Seminars mit dem Fragebogen zum Sprachgebrauch ausländischer Sportler, dann schließlich verfolgte ich Deutschlands 1:0-Sieg gegen die USA, dann stand Vatters Geburtstagsparty im Terminplan und abends musste der Hebel ein weiteres Mal umgeschaltet werden. Wie schon 2001 habe ich mich im Sommersemester eindeutig mehr ins studentische Leben gestürzt als im Winter... Kowiparty, MTV-Campus-Invasion, jetzt das Sommerfest. Ich bin fast schon ein Bilderbuchstudent mit allem Drum und Dran. Allerdings habe ich an das letzte Sommerfest keine allzu guten Erinnerungen. Anderthalb Stunden stand ich in einer Schlange vor der Tür! Von 21.30 Uhr bis 23 Uhr. Drinnen war es dann so voll, dass ich keine Lust mehr hatte und nach einer halben Stunde Seeed wieder nach Hause fuhr. Bitterbitter. Das soll diesmal nicht passieren!
Daher verabrede ich mich mit Björn, hab eh lang nix mehr mit ihm gemacht. Hauptact sind Liquido, mal schauen, wie viele Leute wir treffen. Vor den Toren eine erste Enttäuschung: Der zweite Hauptact "Slut" und Moderator Bernd Begemann mussten wegen Krankheit absagen. Dafür kommen die Alternative Allstars. Als wir um 20.40 Uhr 5 Euro Eintritt blechen, sind die aber längst runter von der Bühne. Upps, schon 20.40 Uhr... es fällt kaum auf. Heute ist der längste Tag des Jahres und deshalb um 21.45 Uhr noch taghell. Auf die Bühne kommt das Overproof Soundsystem mit den Rockers Hi-Fi. Das ist als Hintergrundmusik ganz gut geeignet, die haben einen Reggae-Beat drauf. Fan von dieser Art Musik bin ich zwar nicht, aber naja; geht ganz gut ins Ohr. Es ist zumindest prächtig geeignet, um ein paar Runden auf dem Campus zu drehen, ein paar Leute zu begrüßen. Björn kennt eindeutig mehr als ich, naja, dann stell ich mich halt dazu. Die Zeit vergeht relativ fix, selbst die einstündige Pause zwischen dem Soundsystem und Liquido. Ein Pläuschchen hier, ein Gespräch da, eine Cola trinken hier, in die Menge starren da; und schwupps, schon kommen Liquido, die mit den eingängigen Indie-Rock-Melodien. Kaum eine Debüt-Single verkaufte sich in Europa häufiger als im Sommer 2000 Liquidos "Narcotic". Das wird dann das vorletzte Lied, und die Menge tobt. Höhepunkt vorher ist "Play some rock". Keine Frage, die Jungs geben sich eine Menge Mühe und bringen zumindest die ersten Reihen zum Kochen. Mir gefällt´s!
Um punkt 0 Uhr wird Liquido der Strom abgedreht. Zapfenstreich! Die Massen strömen entweder den Discos im Hörsaalzentrum oder im KKC sowie den Parkplätzen entgegen. Björn und ich durchschlendern das Hörsaalzentrum, treffen aber niemanden mehr und suchen dann das Auto.
Nett war´s.
Nett!

DER ABEND:

20.45 Uhr - 22 Uhr: Overproof Soundsystem feat. Rockers Hi-Fi
23 Uhr - 0 Uhr: Liquido
vorher waren aufgetreten: Pristine (15.45 - 16.20), Sun (16.45 - 17.20), The Frank Popp Ensemble (17.45 - 18.30), Alternative Allstars (19 - 20)
im KKC legten auf: 1) La Hammond Inferno, 2) Günter-Netzer-Kommando

Zuschauer: Gut gefüllt, wie vermutet ein wenig voller als bei der MTV Campus Invasion. Zum Glück entdeckte ich diesmal zwei weitere Eingänge und stand nicht - wie im Vorjahr - anderthalb Stunden vor der Tür! Eine Zuschauerzahl schätze ich besser nicht.
Die Veranstaltung: Zum Uni-Sommerfest werden traditionell ein paar Bands eingeladen und zahlreiche Freß- und Getränkebuden auf dem Campus aufgebaut; außerdem gibts ab 0 Uhr (ich denke bis in die Morgenstunden) im Hörsaalzentrum ne Disco. Unverschämt waren in diesem Jahr die Preise für Speisen und Getränke. Ein 0,3er-Bier für 2 Euro plus 1 Euro Pfand! Naja, das geht auch billiger. Essen (z.B. Wurst, Döner, afrikanisch) war kaum zu bezahlen. Eintritt? 5 Euro!
Die Situation: Der Studentenstreik ist Vergangenheit, wenngleich alle nur "unter Protest" weiterstudieren. Nächste Woche steht die vierte Vollversammlung in einem Monat an, am 25.6. ist die zweite Großdemo in Düsseldorf. Gesprächsthema Nummer eins aber die WM, da die deutsche Mannschaft am Mittag das Halbfinale erreichte (durch das 1:0-Gegurke gegen die USA). Für mich privat spannend: Vatters 53. Geburtstag!
Andi´s Abend: Björn holte mich um 20.10 Uhr ab - um 20.40 Uhr waren wir etwa auf dem Campus. Dann trafen wir alle möglichen Leute; ein paar Minuten nach dem letzten Takt von Liquido verabschiedeten wir uns gen Mülheim (0.20 Uhr).

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Es ist vollbracht - 19. Juli 2002 - Uni Essen:

Über Rolltreppen!

- Ein Rückblick auf das Sommersemester 2002 -

So ein Scheiß. Die Rolltreppe ist kaputt.
Den Weg kann ich inzwischen runterbeten. Tagein tagaus - wenn es die Bahnangestellten nicht zufällig vergessen - schallt es am Essener Hauptbahnhof durch die Fenster. "Eingefahrene S 1 fährt weiter nach Dortmund" respektive "S 3 nach Hattingen". Die Treppe runter laufen, dann links, dann Rolltreppe eins runterfahren, Rolltreppe zwei runterfahren, Rolltreppe drei runterfahren und schließlich mit den Bahnlinien 101 oder 105 bis "Rheinischer Platz" fahren. So isses. Tagein tagaus.
Nur heute geht das nicht. 15. April 2002, die S-Bahn ist überraschend voll. Semesterauftakt allüberall im Ruhrgebiet; und in Duisburg, Essen, Bochum und Dortmund gibt es insgesamt schließlich auch knapp 70.000 Studenten. Wie ein "Ersti" (Übersetzungskurs, Teil eins: Erstsemester-Student) mag ich aussehen, als ich in der S-Bahn, in der Straßenbahn und im Fahrstuhl der Uni-Gebäude in den "Komm VV´s" (Ü-Kurs, Teil zwei: kommentierten Vorlesungszeichnissen der einzelnen Fächer) blättere, und die Veranstaltungen, die ich besuchen möchte, in einen eigens dafür gezeichneten Stundenplan male. Einzige Vorbedingungen: Wenn´s geht, am Donnerstag und Freitag keine Veranstaltungen. Wohl dem, der Gesellschaftswissenschaften studiert. Doch die Strafe für diesen Plan folgt auf dem Fuß: Im "Germanistik"-Heftchen wird ein "Sportsprache"-Seminar angeboten, freitags von 10 bis 14 Uhr. Kein T-Club am Donnerstag für drei Monate, aber dafür eine interessante Veranstaltung. Muss ich mir nochmal überlegen. Am Freitag, 19.4., bin ich sowieso den ganzen Tag beim Fußballspiel Fürth gegen Bochum, hab also noch ein bisschen Zeit zum Überlegen. Donnerstag frei klappt, hurra, Mittwoch auch nur von 16 bis 18 Uhr. Dafür sind der Montag und Dienstag volles Rohr ausverkauft.
Rein in die Mensa; Schnitzel mit Pommes gleich am ersten Tag. So lieb ichs.
Für meine Uni-Rolltreppe ist dieses Semester gar nicht so unwichtig. Wenn ich zwei Klausuren bestehe, kann ich in Sowi danach Zwischenprüfung machen. Und meine ersten Germanistik-Hauptstudiums-Scheine stehen an. Wär ja mal was. Ach ja, und die alten Kollegen sind wieder da. Christian aus Gelsenkirchen begegne ich im Kurzgeschichte-Seminar am Montag, ebenso der WAZ-Kollegin Anna. Angela - die Freundin von Darius - leistet mir bei Datenanalyse am Montag und bei Politik am Mittwochabend Gesellschaft. Ja und da wäre noch Felix, der Fuppeszocker von Union 09, der auch mit mir bei der Datenanalyse leidet. Wenn ich das Wort schon höre. Daran werde ich verzweifeln, das zeigt schon die erste Sitzung. Apropos erste Sitzung: ein Reader kaufen hier, ein Buch kaufen dort, Literaturhinweise da, Raumverlegungen hier. Ach ich hasse die erste Uni-Woche. So wie alle anderen auch. Es ist so voll, in jedem Kurs, gibt so viel zu lesen und keine Ruhe. 19. April, Fürth gegen Bochum. Das wird schon mit dem Aufstieg.
Die Uni läuft an und läuft und läuft und läuft. Ein anstrengendes Semester. Wer meinen Uni-Weg verfolgt, der stellt fest, diesen Satz noch nicht aus meinem Mund gehört zu haben. Am 26. April besuche ich tatsächlich die "Sportsprache"-Veranstaltung und stelle fest: ein Knaller! Ein arbeitsaufwändiger Knaller! Dazu noch Datenanalyse, lernen, die Arbeit. Wollte ich mir nicht nie wieder Stress machen. Stunden vergehen, Tage vergehen, Wochen. Die Kowi-Party kommt, im KKC. Ist immer ne Menge los dort, treffe Björn, Götz und Stocki, die Medizin-Clique. 16. Mai 2002. Die Mensa ist nicht mehr so voll, die Cafeterien auch nicht mehr. Im Logbuch notiert der Käptn: "Atmosphäre wird angenehmer!" Aber der Stress bleibt. Zum Glück kommt die SPD auf die Idee, in Nordrhein-Westfalen Studiengebühren einführen zu wollen. Das schreit nach Streik. Und das vier Tage vor dem Auftakt der Fußball-WM, für die ich PREMIERE optimal nutzen könnte. Besser geht´s nicht! Und jawoll, der Streik kommt und bleibt erstmal bis zur Großdemo am 8.6.2002. Hipphipphurra, anderthalb Wochen Ferien zwischendurch, WM-Zeit. Naja, ein vorbildlicher Streikender bin ich nicht gerade, schon gar nicht, weil der Streik voll meine politischen Interessen trifft, aber Fußball oder Uni... wie sind bloß meine Prioritäten verteilt?
Doch auf den Streik nehmen die Profs keine Rücksicht. Die ausgefallenen Stunden werden a) drangehängt, b) nachgeholt oder c) wird der Stoff für die Datenanalyse-Klausur trotzdem nicht gekürzt. Wenigstens ist die WM unterhaltsam und der tägliche Aufheiterungsfaktor. Stunden vergehen, Wochen, Tage. Und zwischendurch am 14.6. die MTV-Campus-Invasion und am 21.6. das Sommerfest. Es wird für Single-Männer immer gemeiner auf den Wiesen. Die Temperaturen steigen, die Kleidungsgrenzen sinken. Enger, kürzer, dünner lautet das gemeine Frauenmotto. Und die Klausurtermine rücken näher. Am 8.7. prangt ein großes "Datenanalyse" im PALM-Pilot, am 18.7. ein "Traditionen politischen Denkens". Ach ja, und das Referat am 19.7. ist auch noch da. Jawoll, also nix mit schön einen auf lau machen am Ende des Semesters. Schuften bis zum letzten Augenblick. Und zwischendurch "Rinderroulade Hausfrauen-Art", "Lasagne Al Forno" und "Sauerbraten Rheinische Art" in der Mensa.
8.7., der Moment der Wahrheit. Vorher noch gelernt mit Felix und Konsorten, eigentlich kann ich den Stoff. Doch es läuft nicht. Läuft schief. Hab eine Aufgabe falsch. Das reicht bestimmt nicht. In Gedanken sehe ich mich zwangsexmatrikuliert. Urteil: "Zu dumm für die empirische Sozialforschung!" 18.7., anderthalb Wochen später, die skurrile Politik-Klausur. Der Dozent verlässt in den ersten 45 Minuten den Raum, keine Aufsicht da, nix. Aus Respekt schweigen wir trotzdem, ich sowieso, weil es gut klappt. Also die werde ich bestanden haben. Hurra; die Stefan-Kuntz-Säge gemacht (für den Jürgen-Klinsmann-Diver sind die Uni-Flure nicht geeeignet) und raus. Nur noch das Referat. Das wird schon gehen, schließlich hat Mit-Referentin Rebecca den Großteil erledigt und bei unseren zahlreichen Treffen im KKC präsentiert. Ich fange an, rede knapp sieben Minuten, Rebecca danach knapp 27... okay, die Verhältnisse stimmen nicht. Wurscht. Schluss, Aus, Ende! Ferien! Drei Monate!
19. Juli, Referat gehalten, Klausuren geschrieben, Semester vorbei.
Rolltreppe eins ist immer noch kaputt.

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Uni-Sommerfest 2003 (u.a. mit Kettcar, Mia, Blackmail, Mambo Kurt) - 20. Juni 2003 - Uni Essen:

"Habt Ihr ne hässliche Uni"

BERICHT:

So ein Studentenleben ist manchmal auch ganz angenehm. "Während des Semesters mal die Seele baumeln lassen... also in Hamburg geht das nicht", stimmt dann auch der Gitarrist von Kettcar ein in das Loblied auf das Essener Uni-Sommerfest. Nett, einfach nett, irgendwann Mitte Juni ein paar Bands einzuladen, die tierisch abrocken, dazu Massen an Getränke- und Speiseständen auf dem sehr übersichtlichen Campus zu postieren. Das alles hab ich 2002 schon einmal beschrieben und mag es daher nicht wiederholen. Doch nicht nur deshalb ist ein Studentenleben angenehm, manchmal. Studieren bedeutet viel harte Arbeit, aber aufgrund der äußerst angenehmen Tatsache, dass man sich pro Semester pro Veranstaltung mindestens zwei Fehlstunden erlauben kann, erlaubte ich mir einfach so mir nichts Dir nichts zwei freie Wochen (die Pfingstferien und ein Feiertag machten es möglich). So betrete ich mitten im Semester an einem Freitagabend die Uni - erstmals nach zwei Wochen. Soll ich dazu "HIHI" sagen? Ich weiß nicht. Eigentlich wollte ich doch reinhauen. Steht doch auch irgendwo auf dieser Seite... Vermutlich wäre ich sogar brav zu Hause im Bett geblieben (oder hätte vor dem Computer an einer Hausarbeit gebastelt). Aaaaaaber! Meine liebe Kommilitonin Angela hatte schon länger abgesagt, Björn ist bei seiner Freundin in Aachen, um die übrigen Strategen hab ich mich (zwei Wochen nicht da...) nicht wirklich gekümmert. Zu Hause bleiben? Trotzdem niemals. Denn schon seit ein paar Wochen habe ich die Eintrittskarte. Der Grund: Kettcar spielt, und das geile Konzert im Januar schrie geradezu nach einer Fortsetzung. Fand auch mein Bruder Thommy, der mich begleitet! An einem Abend, der dem Sommerwetter entspricht... luftig, nicht zu warm, nicht zu kalt, erfrischend, schön.
Der Rest in Stichpunkten.
Virginia Jetzt! ?
Habe ich verpasst. Verdammte Ruhrolympiade.
Blackmail ?
Haben gespielt. Gibt bessere Bands. Wenigstens "Some sane".
Kettcar ?
Nee, da ist es mit einer Zeile nicht getan. Wenn Ihr den Konzertbericht vom Januar aufmerksam gelesen habt, dann wisst Ihr, dass Kettcar eine recht "frische" Band ist, und doch nicht. Sänger Marcus Wiebusch hat schon eine lange Karriere in Punkbands hinter sich, und arbeitet nun in einem eigenen Label. Die Debüt-CD "du und wieviel von deinen freunden" hat Klassiker-Charakter, und verbreitet sich auf abenteuerlichem Weg. Kettcar verzichten gänzlich auf Werbung, auf Anzeigen, auf Merchandising-Artikel. Sie melden sich lediglich in ein paar Clubs zu Konzerten an und bauen auf die Mund-zu-Mund-Propaganda. Das Zwischenergebnis: 20.000 begeisterte Hörer; und es werden immer mehr. Dazu ein Video zum Hit "Landungsbrücken raus", das ein Regisseur, der zum Fan wurde, kostenlos drehte. Alle 96 Kanäle (keine Ahnung, welche genau, bin schließlich kein Tontechniker) brauchen Kettcar, erzählt Mambo Kurt um 21.10 Uhr ins Mikrofon. Mambo Kurt, der Alleinunterhalter, der mehr ist als ein Pausenclown, der Moderator, der Zeit-Überbrücker. Er kann noch nicht die Fans unterhalten... Stattdessen ein nicht enden wollender Soundcheck. Thommy hat einen Mit-Stipendiaten entdeckt; wir stoßen immer weiter nach vorn vor; bis in die fünfte Reihe. Hoffentlich geht das nicht zu sehr ab... Eine halbe Stunde Soundcheck vergehen zäh (der mieseste, den ich je erlebt habe), und Thommy und ich stellen fest: "Die müssen ganz schön was bieten..." Und wir werden nicht enttäuscht. Mit einem Gitarrenwirbel und dem Opener "Ausgetrunken" geht es los ("Wir waren die ersten die kamen / die letzten die gingen / benommen von den Impressionen") - und weiter geht es mit nahezu allen Stücken von der Debüt-CD (An Thommy: Eine Playlist ist daher unnötig!). Natürlich "Money left to burn", "Jenseits der Bikinilinie" sowie die fantastischen "Landungsbrücken raus" und "Im Taxi weinen" (Thommy danach: "Jetzt kann ich sterben!"). Zum Abschluss dann noch "Ich danke der Academy", während ein volltrunkener Trottel unbemerkt auf die Bühne gelangt und ins Mikro brüllt. 50 Minuten intelligenter Gitarrenrock vom Allerfeinsten. Und die Ernst-Brüder ganz vorn mittenmang dabei. Ganz vorn? Okay, das bedeutet auch Pogo. Natürlich nicht nur von den Kettcar-Fans, sondern überwiegend von zugedröhnten Studenten, die Lust am sich-hin-und-her-schubsen haben. Na egal. Was ist schon ein blauer Fleck gegen einen Satz, den Sänger Wiebusch von sich gibt: "Hallo Essen! Mein Gott, was habt ihr eine hässliche Uni!!!" Keine Pfiffe. Allein in diesem Moment haben Kettcar bei allen knapp 1000 Studenten gewonnen... Eine letzte Zugabe gibts noch: "Mein Skateboard kriegt mein Zahnarzt". Dann ein kurzes "Tschüss!" Das gibt eine glatte "1".
Mambo Kurt ?
Ja, unser Mambo. Der darf anschließend ran. Seine erste CD heißt "Return of Alleinunterhalter". Mambo, der Mann, der im "richtigen" Leben ein promovierter Mediziner ist, fällt auf der Bühne durch seine überaus spacige Sonnenbrille und die Heimorgel auf. Sein Motto lautet "Die Qualität der Musik hängt nicht von den Instrumenten ab" und er bringt sein Publikum zum Kochen. Zu Beginn wirkt es meist recht albern, wenn der völlig unmusikalisch wirkende Mambo solche Kracher wie "Thunderstruck" von AC/DC oder "Insomnia" von Faithless nachspielt, aber von Song zu Song wird es kultiger. Als Mambo Kurt als einziger Künstler des Tages zum Stagediving ins Publikum springt, ist er der Star des Abends. Hut ab!
Mia ?
Aber nur 20 Minuten zur Überbrückung darf Mambo ran. Dann folgt Mia. Elektropunk aus Berlin, so steht es auf den Plakaten. Ist Mia ein cleverer Marketingschachzug? Musik gewordene Jugendwut, wie die Amazon-Kritik fragt? Ist es emanzipierter Frauenpunk, wie Thommy vermutet? Oder alles? Vermutlich das. Mia machen Punk. Der Frontfrau namens Mieze ist ein gewisses Charisma nicht abzusprechen... die Kleider sind abgefahren, völlig durchgestylt wie scheinbar das ganze Marketingkonzept. Die Musik ist ziemlich laut, die Gitarristen schrammeln ganz schön auf ihren Geräten rum. Die Texte sind meist völlig unverständlich (vermutlich gewollt), und wenn, dann plakativ (wie Thommy meint: Typisch Punk!). Bei einem Song greifen die Jungs und Mädels auf eine Hand-Sirene zurück. Das ist zwar wirklich witzig, aber bei den "Einstürzenden Neubauten" abgeschaut. Wenigstens spielen sie ihre beiden Hits "Verrückt" und "Alles neu". So richtig zum Kochen wie bei Kettcar kommt die Stimmung an der Uni nicht. Es ist einen Tick zu laut, einen Tick zu unverständlich, womöglich auch zu verrückt. Haben Mia die Zeit verschlafen? Kommen sie nicht ein Jahrzehnt zu spät? Kann der Neo- oder Fun-Punk auch in Deutschland funktionieren? Der Versuch, eine Band zu formen, die in kein Klischee passt? Einen "komischen Nachgeschmack" werfen Kritiker Mia vor. Zurecht.
Während eines Vortrages von Thommy über die Geschichte der Punk-Bewegung, die Ende der 70er entstand und sich sowohl von den "Bürgerlichen" als auch von den Hippies abwenden wollte (weiteres gern auf Anfrage) schlendern wir dann durch die Essener Nacht zurück. Das Mia-Konzert haben wir nach ner halben Stunde und dem Motto "genug gesehen" verlassen. Ein kurzes Gelächer bei der "Bar Celona" (geiler Name, oder?), ein bisschen Rumhüpfen im S-Bahn-Waggon, das war´s...
Studieren ist schön!

DER ABEND:

20.15 Uhr - 21 Uhr: Blackmail
21.30 Uhr - 22.30 Uhr: Kettcar
22.35 Uhr - 23.05 Uhr: Mambo Kurt
23.20 Uhr - 0.20 Uhr: Mia
vorher waren aufgetreten: u.a. Virginia Jetzt! (19 Uhr - 19.45 Uhr). Die Musik lief ab 17 Uhr... nach 0.20 Uhr war Party im KKC und im Hörsaalzentrum!

Zeitplan... Seitdem der Auftritt von Kettcar feststand, nagelte mich Thommy auf dieses Datum fest, zumal wir beim Kettcar-Konzert im Januar nicht gemeinsam im Zakk in Düsseldorf waren. Das sind die reinsten Geschwister-Ernst-Wochen... erst der gemeinsame Aufenthalt in Berlin, dann das Uni-Sommerfest, morgen Daddys Geburtstag... puuh, seh ich den oft... nee, aber schön isset! Um 19 Uhr hatten wir uns eigentlich verabredet, pünktlich zu "Virginia Jetzt!", aber dank der Ruhrolympiade 2003, mit der ich mich für die WAZ beschäftigen musste, wurde es bei mir mal wieder später, nämlich 20.30 Uhr... danach verfolgten wir Blackmail, Kettcar, Mambo Kurt und Mia, mampften und tranken, und düsten mit der S-Bahn um 0.16 Uhr wieder gen Mülheim zurück.

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Diese Seite wurde zuletzt geändert am 8.12..2005
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