VFL-TAGEBUCH: BUNDESLIGA 2009 / 2010 - TEIL 1
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Die ersten Utensilien

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TESTSPIEL: Rot-Weiß Ahlen - VfL Bochum 1:2 (22.7.2009, in Telgte)

Schwenken und Moppel vor dem Mikro, Yahia und Dedic treffen

Nur ein Videodreh

Viel gesehen hab ich vom Spiel eigentlich nicht. Weiß nur, dass es 2:1 ausgegangen ist, dass es ein hochsommerlicher Tag war, dass Yahia per Kopf getroffen hat und Dedic per Fuß, dass unser Gastspieler Omar Baljic bis auf die Vorlage zum Dedic-Tor nicht gerade energisch für sich selbst geworben hat. Sonst war ich aus beruflichen Gründen im westfälischen Telgte. Und zwar deshalb:

http://www.derwesten.de/nachrichten/sport/2009/7/23/news-126910236/detail.html

Für die Interviewfragen am Rand des Spiels war ich zuständig, für Kamera und Schnitt DerWesten-Kollege David (bei Twitter "Ruhrpoet"). So konnte ich zum ersten Mal mit Ansgar Schwenken und Moppel sprechen. Yeah.

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VfL Bochum - Borussia Mönchengladbach 3:3 (9.8.2009)

33

Wenn nach 41 Minuten einer nagelneuen Saison "Wir ham die Schnauze voll" ertönt, weiß der Experte: Hier spielt der VfL Bochum

Ihr

Wirste bekloppt

Einlaufen

Gerd ist Papa geworden.
Wir brauchen 41 Minuten, um in einer nagelneuen Saison "Wir ham die Schnauze voll" zu brüllen.
Azaouagh landet bei der Wahl zum "Tor des Monats August" auf den Plätzen eins und zwei.
Halt, halt, halt, halt, halt, stopp.
Löschen und spul zurück.
Verrückte Starts hat der VfL Bochum schon viele erlebt. Aber das ist der chaotischste, kurioseste, erbärmlichste, sensationellste, unglaublichste Superlativ-Start aller Zeiten. Und dafür gibt es viele, viele, viele Gründe. Bei diesem Verein wirste bekloppt. Keine Ahnung, wo ich anfangen soll. Keine.

Die private Schiene
Gerd schreibt eine sms, eine halbe Stunde vor Spielbeginn: "Mach dich dünn, ich komme sehr zeitnah zum Spiel. Bin vorgestern Vater geworden." Ich gratuliere natürlich so schnell und so artig wie möglich und warte. Entscheide, den anderen um uns herum Bescheid zu sagen - und als Gerd dann um 15.28 Uhr erscheint, gibt es viele Glückwünsche und vom Professor den Satz aus der bei mir beliebten und oft erwähnten Abteilung "naheliegende Sprüche": "Und, schon angemeldet?" Ein Mädchen ist's geworden und Gerd verneint. Seine Frau habe das abgelehnt. "Dabei soll es das Kind doch besser haben als ich." Ich werde ihm irgendwann einen Bobbi Bolzer schenken, und fest steht schon jetzt: Eine Saison, die mit einer so erfreulichen Nachricht beginnt, kann selbst Marcel Koller nicht in den Sand setzen. Zudem steht mein Bruder nach monatelanger Pause neben mir in der Kurve, dieses Familienidyll hatten wir lang nicht mehr. So lange, dass er sich rechtfertigen muss, in einer Ecke zu stehen, zu der sonst nur 10-Jahre-oder-länger-Dauerkarte-Fans Zutritt haben. Schön isset.

Die Fan-Schiene
Okay, private Storys abgehakt. Fans. "Frohes Neues" wünschen wir uns, gehört am ersten Spieltag einer neuen Saison dazu (Abteilung "naheliegend", siehe oben), mein Bruder und ich schütten Kaltgetränke in unsere Kehlen, ist ziemlich heiß hier. Frank Goosens Kolumne beschäftigt sich mit Triers Trainer Mario Basler, dessen Bild-Ghostwriter ziemlich über den VfL hergezogen ist. Geschenkt. Marcel Koller ist immer noch Trainer, irgendjemand um uns herum sagt: "Der bleibt das auch, bis der Altegoer stirbt" und so langsam findet sich selbst der größte Koller-Gegner damit ab. Irgendwann kommt eben gar keiner mehr. 29.700 werden's zum Start, eine stolze Zahl. Liegt aber auch an den 10.000 bis 15.000 Gladbachern auf der Westtribüne. Dass wir Koller hinnehmen, heißt aber nicht, dass die Stimmung nicht angespannt wäre. Oh nein. Nach dem 0:1 brüllen wir noch "VfL! VfL!" und "Auf geht's Bochum schießt ein Tor!", nach dem 0:2 pfeifen wir und nach dem 0:3 hallt's durchs Stadion: "WIR HAM DIE SCHNAUZE VOLL!!!" und dass völlig zurecht. Leise "Koller-raus"-Verbalattacken kommen auch. Und das nach 41 Minuten einer nagelneuen Saison. So sind wir Fans. Einige gehen nach dem 0:3 gar nach Hause. Ehrlich! Zur Ergänzung sei noch erwähnt, dass die drei Tore in Halbzeit zwei eine Wahnsinnseuphorie ausgelöst haben und wir am Ende "Ihr habt gekämpft, wir ham's gesehen" gerufen haben.

Die sportliche Schiene
Wenn wir Mönchengladbach schlagen, dann heute. Jeder hier im Viereck weiß das. Die Gladbacher haben ihre drei besten Leute verloren (Marin, Baumjohann, Galasek), müssen sechs Zugänge einbauen (sind also noch nicht eingespielt) und von der Wunsch-Elf fehlen noch drei der wichtigsten Spieler (Torhüter Bailly, Kapitän Daems, Torjäger Friend). Im Tor steht mit Heimeroth eine - sagen Gladbach-Fans - "Kartoffel" und vorn stürmt Ein-Bundesligator-Colautti. Eine Mannschaft, die in der vergangenen Saison noch weniger Punkte hatte als wir, ist noch schlechter geworden. Und trotzdem schaffen wir es, von dieser Clowntruppe 48 Minuten lang aus dem Stadion gespielt, gedribbelt und geschossen zu werden. Unsere elf Spieler - kein Neuer ist darunter - versagen. Ein anderes Wort passt nicht. Sie verlieren 95 Prozent der Zweikämpfe, kommen mit den variablen und technisch starken Gladbachern in keinster Weise zurecht. Arango schießt nach Pass von Colautti nach 20 Minuten das zu diesem Zeitpunkt schon überfällige 0:1, Colautti lässt per Kopf nach Levels-Flanke das 0:2 folgen (26.) und Brouwers - ebenfalls per Kopf - sorgt für das 0:3 nach 40 Minuten. Vier Minuten nach der Pause läuft Matmour allein auf Heerwagen zu, scheitert aber. Das 0:4... Auch das wäre noch verdient gewesen. In der Höhe wohlgemerkt. Neun Spieler hätte Koller in der Pause auswechseln können. Anfängerhaft, wie sich Yahia und Maltritz beim Colautti-Tor verhielten. Zweitligareif, wie sich Dabrowski vor dem Colautti-Tor von Flankengeber Levels vernaschen ließ, peinlich, wie Heerwagen vor dem Brouwers-Tor am Ball vorbeisegelte, schlimm, wie Azaouagh und Epalle jeden Ball im Offensivspiel vertändelten, blamabel, wie wenig die Stürmer Klimowicz und Sestak arbeiteten. Nach 48 Minuten brüllen die Gladbacher "Spitzenreiter, Spitzenreiter!" und wir sind zu diesem Zeitpunkt Letzter. Aber das ändert sich. Und wie. Azaouagh trifft innerhalb von 48 Sekunden zweimal in den Knick. Zwei "Tore des Monats" zum 1:3 und 2:3, Wahnsinnstore, unglaubliche Geniestreiche und Einzelleistungen. In Minute 60 sieht Gladbachs Dante nach Notbremse an Sestak Rot und drei Minuten später gleicht Sestak per Kopf nach Fuchs-Flanke zum 1:1 aus. Zwischen der 48. und 63. Minute vergibt Azaouagh noch zwei weitere Chancen, auch Epalle scheitert mit dem Fuß. 18 der offensivsten Minuten in der Bochumer Vereinsgeschichte, möchte ich meinen. Doch am Ende gewinnen wir nicht mehr. Und haben sogar Glück, dass Heerwagen einen Arango-Schuss mit den Fingerspitzen noch über die Latte dreht. Es wäre der passende Schluss dieses verrückten Spektakels gewesen.

Die private Schiene II
Gerd verlässt mit dem Schlusspfiff das Stadion. Mein Bruder und ich applaudieren, ich spreche "Ihr habt gekämpft" mit, aber nicht laut. Wir resümieren, dass uns dieses Spiel eher ratlos zurücklässt. Für uns ist das Glas halbleer, immer noch erinnern wir daran, dass unser Gegner Borussia Mönchengladbach hieß und erheblich ersatzgeschwächt auflief. Wir haben erst einen Punkt von 40. Eigentlich hätten es drei sein müssen. Nächste Woche auf Schalke kommt garantiert keiner hinzu. So richtig abhaken können wir das Spiel bis in die Nacht hinein nicht. Höchstens ein bisschen, als wir mit der Familie im besten türkischen Restaurant Mülheims draußen sitzen, und uns bei sechsmal "Menü 3" den Bauch vollschlagen. Aber über Azaouaghs Traumbuden wissen nun auch unsere Eltern und unsere Freundinnen genau Bescheid.

Epilog
Und jetzt stellt Euch vor, ich hätte diesen spektakulären Start nicht in Häppchen verpackt. Gerd Papa, Bruder da, 0:1, Gladbacher Aufstellung, Aufmunterung, 0:2, Pfiffe, 0:3, Schnauze voll, Bruder muss sich rechtfertigen, 3:3, Arango-Channce, Gerd geht, Resümee, türkisches Lokal... Aber so ist das in der Bundesliga: Es ist wieder Fußball. Es ist verdammt gut so. Es ist Zeit für eine neue, erlebnisreiche Saison. Auf geht's.
 
Thommy Papa
Der Thommy... ... und der Papa!

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FC Schalke 04 - VfL Bochum 3:0 (16.8.2009)

Trikots Man beachte unsere Trikots...

Mein erstes VfL-Pflichtspiel auf der Pressetribüne wird ein Desaster. Zum Glück rettet Bolts Weltrekord den katastrophalen Sommertag

Kurve Sonst steh ich immer genau in der Ecke

Erbärmlich

Blau und Die Schalker während "Blau und weiß, wie ..."

Thomas Ernst hat sich erst mal ne Fluppe angesteckt. Und raucht sie so schnell, als müsste er wie ein grauer Mann in "Momo" daran saugen, um weiterleben zu können. Oder - um im Sport-Bild zu bleiben - als müsste er daran saugen, um Kraft für den Rechtfertigungs-Marathon zu tanken. Er saugt und saugt und zieht dann weiter von einem Mikrofon zum nächsten. Von "Sky" zum "DSF". Und weiter zum "WDR" und schließlich noch zu "Liga total". Immer erzählt er das gleiche, drei Kontertore bekommen, erste Halbzeit katastrophal jawoll. Marcel Koller steht auch irgendwo, ich will nicht hinhören. Von den Spielern kommt Philipp Heerwagen, unser Torwart. Na den trifft noch am wenigsten irgendeine Art von Schuld. Die Journalistenhorden stürmen von Spieler zu Spieler, von Funktionär zu Funktionär hier in der "Mixed Zone" in der Schalke-Arena, ich stürme auch, mittendrin und fühl mich doch einsam. Und freue mich jetzt, in diesem Moment vor dem Computer-Bildschirm, dass der heutige Tag als der Tag des Jahrhundert-100-Meter-Laufs in die Geschichte eingeht und nicht als Tag des VfL-Untergangs. Am Tag, an dem Usain Bolts 9,58 steht. Und nicht unser 0:3.
"0:3" lasse ich nicht eintragen, als ich um kurz nach vier die Arena an einem ganz anderen Eingang als sonst betrete. Nämlich presswärts. Bin bezeichnenderweise für die Bereiche "0234" zugelassen - was eine interessante Telefon-Vorwahl ergibt. Noch sind wir - ein DerWesten-Kollege ist auch dabei - erstaunlich optimistisch und gut gelaunt. Welches Heimdebüt eines großen Trainers hat funktioniert, siehe gestern bei Bayerns van Gaal. Warum sollte das bei Magath anders sein? Sind mit der Straßenbahn "302" von Bochum gekommen, um das Spiel nicht nur als Straßenbahn-Derby zu bezeichnen, sondern das auch zu leben. Die 302 fährt an der Jahrhunderthalle vorbei, an "Wattenscheid Post" und "Gesamtschule Ückendorf" und landet dann via Gelsenkirchen Hauptbahnhof und Ernst-Kuzorra-Platz an der Arena. Toll. Dauert 45 Minuten und ist im Hochsommer eine schwitzige Sache, glaubt's mir. Aber scheißegal, jetzt stehe ich am Medienzentrum und soll einem jungen Mann meinen Tipp verraten. Wer's packt, kriegt ein paar Veltinsgläser und -fläschchen. Ich sage ganz brav "2:3", aber nur, weil's sonst keiner hat.
Und bewege mich dann - wie alle - in den Presseraum. Ist nicht der erste, in dem ich bin, auch nicht der größte oder beste, aber schon im oberen Drittel. Es gibt Rouladen, Kartoffelgratin, Gemüse, Getränke. Mal etwas anderes als die Bratwurst in der Gästekurve. Als Journalist wird jeder mit seinen dicken Taschen nicht im geringsten durchwühlt (auf unserer Tageskarte steht ja 0234), wenn ich da an meine Auftritte hier mit Schal um den Hals denke, hui. Es gibt das Bundesliga-Magazin für lau, das Stadionheft auch, wir treffen bekannte Journalistengesichter und ich vergesse vor lauter Professionalität fast, dass dieses Spiel, das 390. in meiner VfL-Karriere, ein ganz besonderes ist: Mein erstes VfL-Pflichtspiel auf der Pressetribüne.
Hab das auch gleich getwittert, wie sich das heutzutage gehört. Und suche um 17.10 Uhr meinen Platz im Presseblock 12, Reihe zwei, Platz 12. Sensationelle Sicht, setze mich hin, checke die Aufstellung (unveränderte Startelf) und hör erstmal zu, für welches Torjingle sich die Schalker entscheiden. Zur Auswahl stehen "Chelsea Dagger", "Zombie Nation", "Chase the sun" und "Ein Leben lang" - scheinbar haben ein paar Fans in Internetforen gemault. Das alte Torlied "Ein Leben lang" gewinnt eindrucksvoll, der Stadionsprecher lässt noch eine Spitze los ("Damit dürften alle Kritiker verstummen") und wir freuen uns auf das Spiel. Aber nur, bis wir sehen, in was für Trikots der VfL spielt. Was ist DAS? Rosa? Lila? Magenta? Experimente find ich ja eigentlich gar nicht dumm und für ganz Alternative heizt das die Homophobie-Debatte (bestimmt) wieder an (wie viele selbst auf der Pressetribüne sagen: "Das sieht ja schwul aus" - ich mag sie nicht zählen).  Bei mir? Es trifft einfach nicht meinen Geschmack. Die Stimmung hingegen schon. Voll und ganz. Naja, beim ersten Aha-Moment kurz vor dem Spiel beim Schalker Vereinslied noch nicht. Die Passage "Mohamed war ein Prophet, der von Fußball spielen nichts versteht" hatte in der Sommerpause erheblichen Wirbel verursacht - und wird jetzt dreimal so laut gebrüllt. Darüber (über die komplette Diskussion) schüttle ich den Kopf. Gänsehautiger wird es für mich bei "Whatever you want" von Status Quo. Über das Einlauflied diskutieren und stimmen die Schalker glücklicherweise nicht ab.
Alle Spieler sortieren sich danach (Magath wird währenddessen als "Trainer des Jahres" geehrt), bei uns in der gewohnten Formation, bei den Schalkern nicht ganz. Mineiro, der neue "Sechser", darf gleich von Beginn an spielen. Unterlegen sind wir ab der ersten Sekunde, aber ab der 10. Minute ist ein kaum zu ertragender Zwei-Klassen-Unterschied sichtbar. Mit einer solch erbärmlichen Leistung hat der VfL Bochum in Liga eins nichts, aber auch gar nichts zu suchen. Das reicht eben nicht. Ich sehe Thomas Ernst nach dem 34. Spieltag an einer Fluppe ziehen und sagen: "Wir hatten aus finanziellen Gründen eben keine konkurrenzfähige Mannschaft in dieser Saison." Wenn da nicht noch nachgelegt wird bis zum 31. August, dann sprinten wir im Bolt-Tempo in den Untergang, den Absturz, den Keller. Viel zu langsam, viel zu zaghaft in den Zweikämpfen, viel zu zäh der Spielaufbau, viel zu mut- und risikolos das Offensivspiel, keine Dribblings, nicht einmal der Versuch von schnellem One-Touch-Fußball. Das 90-minütige Hin- und Hergerenne wird glücklicherweise mit nur drei Gegentoren bestraft, überflüssigerweise auch noch drei Kontertoren, eine Pointe dieses einseitigen Spiels. Werden's nicht drei Kontertore, kriegen wir drei andere, bloß nicht nur auf die Defensiv-/Offensiv-Umschalten-Argumentation setzen, eine von vielen Schwächen. Tor Nummer eins schießt Amateur Christoph Moritz nach 36 Minuten, Nummer zwei Heiko Westermann nach einem schlimmen, schlimmen Ballverlust von Azaouagh an der Mittellinie und für Nummer drei ist der überragende und nie zu bremsende Farfan zuständig, nach einem (Achtung!) Eckenkonter rund um die 76. Weitere Chancen hat Thomas Ernst nicht gesehen. Ich schon. Wie wär's mit Zambranos Kopfball nach einem Standard in der 15. Minute, der knapp vorbeistrich? Oder mit Westermanns Schuss an den Außenpfosten in der 65.? Oder mit Kuranyis Verstolperer bei einem Eckenkonter in der 70.? Oder mit den 12, 13, 14 weiteren Standards, die sich Schalke bei Ecken und rund um den Strafraum erspielte? Wir haben zwei Schüsse zu bieten: einen von Sestak in der ersten, einen von Dedic in der zweiten. Beide pariert Neuer. Aus der Kurve, in der sonst ich immer stand, kommt kaum etwas. Pfiffe vielleicht noch. Ende.
Nach dem Abpfiff schütteln wir uns kurz, ärgern uns nicht einmal mehr über das desaströse Verhalten der Mannschaft über 90 Minuten, verschwinden in Richtung "Mixed Zone", hören Thomas Ernst, Heerwagen, dann noch Slawo Freier, Kuranyi undsofort. Bei der Pressekonferenz steht U21-Trainer Adrion an der Theke - aber einen Bochumer hat er nicht beobachtet. Wir sind ohnehin die Rentnerband der Liga. Magath spricht von einem verdienten Sieg, haut noch ein bisschen auf Ruttens Defensivtaktik, rügt Rakitic mit dem gefährlichen "Er hat sich bemüht". Koller redet von "Mutlosigkeit". Jaja. Zu essen gibt es nichts mehr, Hunger ist sowieso weg, acht Journalisten (acht!) haben richtig getippt. Da wird Schalke viel Bier los heute. Mit der "302" bewegen wir uns Richtung Bochum. Wollen wir jedenfalls, aber ein kaputter Zug auf der Strecke lässt die Fahrzeit von 45 auf 65 Minuten ansteigen. Auch das noch. Spiel verloren, besoffene Fans, die auch noch Schalke-Lieder brüllen. "Knüppeldick" heißt das wohl. Ab "Wattenscheid Post" wird's dann leerer, endlich.
Um 21.15 Uhr am Bochumer Hauptbahnhof steigen dann nur noch wenige aus. Wir sprinten ins "Three Sixty" im Bermuda-Dreieck, ordern Finger-Food und Cola. Und wir schauen uns zum Abschluss das 100-Meter-Finale an. Bolt gegen Gay. Bolt gewinnt in 9,58 Sekunden. Weltrekord. Unfassbarer Weltrekord. Wenigstens ein Highlight an diesem sonst famos in den Sand gesetzten Tag.

Steiger
Dieser Chor sang vor dem Anpfiff das Steiger-Lied

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Diese Seite wurde zuletzt geändert am 20.8.2009
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